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ZEW-Studie: Politisches Kalkül bestimmt Grundsteuer deutscher Gemeinden
06. Oktober 2017

ZEW-Studie: Politisches Kalkül bestimmt Grundsteuer deutscher Gemeinden

Die Hebesätze der Grundsteuer deutscher Gemeinenden weichen regional zum Teil extrem voneinander ab. Eine gemeinsame Studie des ZEW mit der Universität St. Gallen zeigt nun, dass die Gemeinden die Grundsteuer mit politischem Kalkül festlegen.


Deutsche Gemeinden, in denen überwiegend Wohneigentümer leben, besteuern Immobilieneigentum bei sonst vergleichbaren Bedingungen in geringerem Ausmaß als Gemeinden, in denen die Menschen überwiegend zur Miete wohnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des ZEW mit der Universität St. Gallen. Die Autoren der Studie haben auf Daten der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2011 zurückgegriffen und zudem das Steuersetzungsverhalten von 8.036 westdeutschen Gemeinden analysiert.

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Orientierung an Finanzen und Nachbargemeinden

„Die Lokalpolitik orientiert sich neben den eigenen Kommunalfinanzen in der Regel an den Nachbargemeinden, wenn es um die Wahl des Hebesatzes geht“, fasst Dr. Oliver Lerbs, kommissarischer Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement und verantwortlich für den Forschungsschwerpunkt Finanzen privater Haushalte und Immobilien, zusammen.

Mehr Eigentum = geringere Grundsteuer

Hinzu komme die Verteilung zwischen Eigentum und Miete im Wohnungsbestand einer Gemeinde. „Unabhängig von Gemeindegröße und –struktur hat ein höherer Anteil an Mietwohnungen oft eine höhere Grundsteuer zur Folge. Wenn die Eigentümerquote in Deutschland zehn Prozentpunkte höher wäre, würde dies die Gemeinden pro Jahr etwa 120 bis 140 Mio. Euro an Grundsteueraufkommen kosten“, so Lerbs. Grund hierfür sei, dass die Grundsteuer für Wohneigentümer deutlich sichtbarer ist. „Dadurch ist der politische Wille zu hohen Grundsteuern geringer als bei Gemeinden, in denen die Einwohner überwiegend zur Miete wohnen“, erläutert Prof. Dr. Roland Füss, Professor für Real Estate Finance an der Universität St. Gallen und Mitautor der Studie. (mh)





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