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Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf Rekordniveau
19. November 2017

Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf Rekordniveau

Es fehlen elf Millionen Kleinwohnungen - Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland steigt weiter. Mitte November hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), in der auch der Internationale Bund (IB) Mitglied ist, die Bilanz für 2016 vorgestellt.


Laut BAG W hatten im vergangenen Jahr 860.000 Menschen in Deutschland keine eigene Wohnung – ein Anstieg von 150% gegenüber 2014. Im Jahr 2018 geht die BAG W von 1,2 Millionen obdachlosen Menschen in Deutschland aus. Mehr als die Hälfte aller Obdachlosen sind anerkannte Flüchtlinge. Die meisten von ihnen werden in Gemeinschaftsunterkünften geduldet.

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Der IB ruft die Parteien, die aktuell über eine mögliche Regierungsbildung beraten, auf, das Thema endlich ernst und in ihren Koalitionsvertrag aufzunehmen. Dringend gebraucht werde ein Wohnungsbauprogramm – sowohl im sozialen Wohnungsbau, aber auch für den privaten Bereich, fordert der IB-Vorstandsvorsitzende. Seriösen Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland mindestens elf Millionen Ein- und Zweizimmerwohnungen. Ohne die Förderung privaten Engagements in diesem Bereich wird es wohl nicht möglich sein, ausreichend Wohnraum zu schaffen, so die BAG W.

Auch wenn die Zuwanderung der letzten Monate und Jahre die Wohnungsnot noch verschärft hat, ist das nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft nicht die Ursache für das immer größer werdende Problem. In Deutschland fehle einfach bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit niedrigem oder keinem eigenen Einkommen. Im Jahr 1990 gab es hierzulande noch knapp 2,9 Millionen Sozialwohnungen. Aktuell sind es nur noch 1,1 Millionen und ihre Zahl sinkt weiter.

Die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit könne auf vielen Wegen beginnen. Es lasse sich zum Beispiel feststellen, dass iele Menschen in die Obdachlosigkeit treiben. Oder wenn die Mietzahlungen gekürzt wird, weil Hartz-IV-Empfänger ihre Pflichten nicht erfüllen. Dergleichen dürfe nicht länger geschehen. Die Vermeidung von Obdachlosigkeit müsse in jedem Fall das oberste Ziel sein. (sw)





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