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Zahl der Arbeitsunfälle in der deutschen Bauwirtschaft leicht gestiegen
08. August 2017

Zahl der Arbeitsunfälle in der deutschen Bauwirtschaft leicht gestiegen

Die Bauwirtschaft 2016 mehr meldepflichtige Arbeitsunfälle hinnehmen müssen. Die Entwicklung der Arbeitsunfälle erfordert laut der Berufsgenossenschaft BAU neue Ansätze zum Arbeitsschutz. Das Präventionsprogramm „BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH.“ soll darauf die Antworten geben.


2016 registrierte die deutsche Bauwirtschaft 104.820 meldepflichtige Arbeitsunfälle, 2.487 mehr als im Vorjahr. Einer der Gründe war der starke Anstieg der Bautätigkeit innerhalb eines Jahres. Allein der Anteil der Baugenehmigungen im Hochbau stieg laut Statistisches Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um etwa 5%. Und wo erfreulicherweise mehr gebaut wird, könne es leider mehr Unfälle geben.

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Verlangsamter Trend

Die Konjunktur bereinigte Sicht zeigt laut der Berufsgenossenschaft BAU, dass die Arbeit nicht unsicherer geworden ist. So ist die Unfallquote je 1.000 Beschäftigte um 0,36% auf 55,29 Fälle im Jahr 2016 zurückgegangen. Das sei aber kein Grund zum Jubeln, so Bergmann, denn der Trend beim Rückgang der Arbeitsunfälle habe sich über die Jahre zunehmend verlangsamt und mache es notwendig, neue Perspektiven in die Präventionsarbeit einzubeziehen.

Quote in zehn Jahren deutlich gesunken

Vor zehn Jahren lag die Unfallquote noch bei 66,60 Fällen je 1.000 Beschäftigte – im Jahr 2007 registrierte die BG BAU 122.231 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Ein Schwerpunkt im Unfallgeschehen waren 2016 die über 20.000 Sturz- und Absturzunfälle, das machte 19,4 Prozent aller Arbeitsunfälle aus. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist von 86 im Vorjahr auf 73 in 2016 zurückgegangen. Ursache von 41% aller tödlichen Arbeitsunfälle waren im letzten Jahr Sturz- und Absturzunfälle. Hauptsächliche Anlässe für solche Unfälle waren Abstürze von Gerüsten, Dächern und Leitern sowie Stolper- und Rutschunfälle. Zudem geschahen viele Unfälle dadurch, dass Beschäftigte die Kontrolle über Maschinen, Handwerkzeuge, Transportmittel oder Ramm-Elemente verloren.

1,2 Mrd. Euro

Hinter den Zahlen stehen die Schicksale der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Freunde. Und damit verbunden sind Kosten für die Gemeinschaft der versicherten Unternehmen. Für medizinische Behandlungen, anschließende Reha-Maßnahmen und Renten zahlte die BG BAU allein im Jahr 2016 fast 1,2 Mrd. Euro. Ein wichtiges Mittel, um den Risiken mit wirksamen Maßnahmen begegnen zu können, sind die systematische Analyse der Unfallursachen sowie ausführliche Beratungsgespräche unserer Aufsichtspersonen auf den Baustellen. Weit über 200.000 Betriebsbesichtigungen wurden deutschlandweit allein im Jahr 2016 durchgeführt.

Zahlreiche Präventionsinitiativen

Gründe für den langfristig rückläufigen Trend der Unfallzahlen sieht die Berufsgenossenschaft BAU seien zum Beispiel in zahlreichen branchenspezifische Initiativen der Prävention. Eine wirksame Möglichkeit, um Unfallrisiken zu begegnen, biete zudem die Beteiligung an den Arbeitsschutzprämien der BG BAU. Hier können Unternehmen finanzielle Anreize zwischen 25 und 2.000 Euro, beispielsweise zur Anschaffung von Kamera-Monitor-Systemen für Baumaschinen, Montage-Schutzgeländer, individuellen UV-Schutz und vieles andere beantragen.

Mensch gefordert

Allerdings reichen die Maßnahmen des technischen und organisatorischen Arbeitsschutzes, die in der Vergangenheit zu einem deutlichen Rückgang des Unfallgeschehens führten, allein nicht mehr aus, um den positiven Trend langfristig fortsetzen zu können, so Bergmann: Auch der Anteil menschlichen Verhaltens am Zustandekommen von Unfällen darf nicht übersehen werden. Häufig könne der Mensch durch sein Tun oder Lassen Arbeitsunfälle verhindern: Unwissenheit, Routinen und Bequemlichkeit seien nur einige Gründe, warum es oft trotz möglicher Vorkehrungen zu Unfällen kommt. Daher möchte die BG BAU die Beschäftigten mit dem Präventionsprogramm BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH. für Gefahren und Risiken am Arbeitsplatz sensibilisieren und den Arbeitsschutz als Bestandteil des alltäglichen Handelns etablieren.

Betriebliche Erklärungen als wichtiger Baustein

Ein wichtiger Baustein, wie sicheres Verhalten mit dem Präventionsprogramm umgesetzt werden kann, seien betriebliche Erklärungen zwischen Unternehmensleitungen und den Beschäftigten. Damit würden die beteiligten Unternehmen zeigen, dass sie den Arbeitsschutz konsequent leben. Mit dieser Erklärung binden sich die Betriebe nicht rechtlich, gestehen allen ihren Beschäftigten aber zu, „Stopp!“ zu sagen, wenn lebenswichtige Regeln verletzt werden. (sw)

Informationen erhalten Unternehmen unter: www.bau-auf-sicherheit.de/programm/betriebliche-erklaerung.html





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