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Wohnungsneubau: „Bundesländer entwerfen Luftschlösser“
29. Januar 2016

Wohnungsneubau: „Bundesländer entwerfen Luftschlösser“

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen findet deutliche Worte zur aktuellen Diskussion um eine bessere Förderung des Wohnungsneubaus in Deutschland. Die Politik entwirft demnach lediglich Luftschlösser und verursacht ständig neue Kosten – wie etwa durch die EnEV-Verschärfung zum Jahreswechsel.


BFW-Präsident Andreas Ibel hat die jüngsten Änderungsvorschläge der Bundesländer zur Sonder-AfA mit deutlichen Worten kritisiert: „Wer die Sonder-AfA an Gestehungskosten von höchstens 2.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche koppelt, will keinen Wohnungsneubau fördern, sondern entwirft Luftschlösser.“ Wenn derzeit für 2.200 Euro pro Quadratmeter ein energieeffizienter, barrierearmer und nachhaltiger Geschosswohnungsbau in Ballungszentren möglich wäre, wäre keine Sonderabschreibung nötig. „Wenn diese Symbolpolitik der Bundesländer Realität wird, wird sich der Druck auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärfen“, ist sich Ibel sicher.

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Staatliche Auflagen und Abgaben als Kostentreiber

In der Baukostensenkungskommission unter Leitung von Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks und in einem Gutachten von Immobilien-, Bauwirtschaft und Mieterbund sei nachgewiesen worden, dass im Wohnungsneubau derzeit im Schnitt 3.000 Euro Gestehungskosten fällig werden. Staatliche Auflagen und Abgaben sind dabei die größten Kostentreiber. Bisher sei noch keiner der Vorschläge zur Kostensenkung aus dem Abschlussbericht des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen umgesetzt worden.

Erneuter Kostensprung

Stattdessen wurde mit der EnEV-Verschärfung zum 01.01.2016 ein weiterer Kostensprung von rund 7% verursacht. „Offensichtlich war der Bundesregierung ein Einsparpotential von 0,02% am Gesamtendenergieverbrauch in Deutschland in den nächsten Jahren wichtiger, als bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen“, kritisiert Ibel. „Unterdessen steigen die Grundstückspreise in den Ballungszentren weiter, weil zu wenig Bauland ausgewiesen, für Sonderbauten vorgehalten, nach Höchstpreisverfahren vergeben oder nicht der privaten Immobilienwirtschaft zur Verfügung gestellt wird.“

Sonder-AfA weicht von Entwurf ab

Während im ursprünglichen Entwurf der Sonder-AfA aus dem Bundesfinanzministerium die Förderung auf einen Anteil von 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche beschränkt werden sollte, wollen die Bundesländer nicht nur diese Beschränkung, sondern auch einen Höchstpreis für die Gestehungs- bzw. Anschaffungskosten von 2.200 Euro pro Quadratmeter festlegen. Wohnungen, deren Kosten darüber lägen, könnten dann nicht einmal für den Sockelbetrag von 2.000 Euro eine Sonderabschreibung geltend machen. (mh)





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