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Wohnungseigentumsrecht: Trampolin auch im Ziergarten zulässig
27. April 2018

Wohnungseigentumsrecht: Trampolin auch im Ziergarten zulässig

Darf ein Trampolin auch im Ziergarten einer Wohnungseigentümergemeinschaft aufgestellt werden? Ja, sagt das Amtsgericht München. „Ziergarten“ sei schleißlich nicht damit gleichbedeutend damit, dass dort nur Zierpflanzen stehen.


Die Teilungserklärung sorgt in der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) immer wieder für rechtliche Streitfälle. So auch in einem Fall des Amtsgerichts München. Bei diesem stritten sich zwei Eigentümer einer Wohnanlage, weil einer der beiden in dem zu seiner Wohnung gehörenden Gartenteil ein mobiles Trampolin aufgestellt hatte. Daran störte sich ein älteres Vermieter-Ehepaar. Sie empfanden das Trampolin als optische Störung und verwiesen darauf, dass die Gartenanteile der einzelnen Wohnungen in der Teilungserklärung als „Terrasse“ oder „Ziergarten“ ausgewiesen waren.

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Zulässig oder nicht?

Das Aufstellen eines Trampolins ist nach Auffassung der Kläger in einem Ziergarten nicht zulässig. Zudem stelle es eine unerlaubte bauliche Veränderung dar. Das Ehepaar klagte daher darauf, dass das Trampolin entfernt werde. Die Besitzer des Sportgeräts verwiesen hingegen darauf, dass für die Anlage als besonders familienfreundlich geworden wurde.

Mehr als nur Zierpflanzen

Das Amtsgericht München teilt die Auffassung der Familie. „Ziergarten“ sei nicht damit gleichbedeutend damit, dass dort nur Zierpflanzen stehen. Kinder dürfen in diesem Bereich spielen und wo dies der Fall ist, sei es auch erlaubt Spiel- und Sportgeräten aufzustellen. Zum geordneten Zusammenleben von Miteigentümern gehöre darüber hinaus, dass man spielende Kinder und deren Spielgeräte in gewissem Rahmen akzeptieren müsse. Zudem sei das Trampolin nicht fest im Boden verankert. Die Argumentation einer baulichen Veränderung greife daher auch nicht. (mh)

AG München, Urteil vom 08.11.2017, Az. 485 C 12677/17





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