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Wohnkostenreport 2016: Eigentum schlägt Miete um über 40%
30. November 2016

Wohnkostenreport 2016: Eigentum schlägt Miete um über 40%

Eigenheim oder Miete? Das ist unverändert eine der wichtigsten Fragen in Sachen Immobilien. Der ACCENTRO-IW-Wohnkostenreport 2016 hat darauf eine klare Antwort. Im Schnitt ist der Erwerb von Wohneigentum demnach um über 40% billiger als Mieten. Allerdings werde das Nachfrageverhalten durch zahlreiche Hürden wie Regulierungsmaßnahmen gebremst.


Eine Wohnimmobilie zu kaufen ist in Deutschland deutlich günstiger als sie zu mieten. Das zeigt der ACCENTRO-IW-Wohnkostenreport 2016 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der ACCENTRO Real Estate AG. Im bundesweiten Durchschnitt kommt Wohneigentum demnach 41% günstiger als Mieten. In Hamburg und Berlin sind es sogar mehr als 45%. Selbst in München und Stuttgart ist Wohneigentum aber noch um mehr als ein Drittel günstiger.

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Regulierungen verhindern Eigentumsbildung

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist angesichts dieser Zahl deutlich zu niedrig. „Die Chancen zur Wohneigentumsbildung sind besonders attraktiv. Deshalb wäre ein deutlicher Anstieg des Nachfrageverhaltens zu erwarten gewesen“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstandsvorsitzender der ACCENTRO AG. Mingazzini sieht die Ursachen hierfür vor allem in den hohen Hürden beim Wohnungskauf: „Banken verlangen teilweise 10 bis 20% Eigenkapital, die Grunderwerbsteuer ist in den Ländern deutlich angehoben worden und rechtliche Regulierungen wie die Wohnraumraumkreditrichtlinie tun ein Übriges, um Eigentumsbildung zu erschweren.“

Spielraum für weiteres Preiswachstum

Eine Überhitzungsgefahr sieht die Studie trotz gestiegener Wohnungspreise nicht. „Auf Basis des Wohnnutzerkostenansatzes zeigt sich, dass die Preise sogar noch weiter steigen könnten. Dies gilt auch für die Großstädte“, erklärt Prof. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Die Berechnungen zeigen, dass Eigentümer derzeit, bei gleicher Belastung wie Mieter in der Erwerbsphase, im Rentenalter über eine lastenfreie Immobilie verfügen können“, ergänzt Mingazzini. Nur bei einer extremen Zinsentwicklung müssten Käufer etwas höhere Belastungen stemmen.

Zinsanstiegsängste übertrieben

Im Fokus der Finanzierung sei der maximale Zinssatz, der in zehn Jahren die Ermöglichung des Finanzierungsplans erlaubt. „Der Zins, der in zehn Jahren nicht übertroffen werden darf, um das Finanzierungsmodell abbilden zu können, ist der sogenannte finanzierungsneutrale Zins“, meint Voigtländer dazu. In vielen Kreisen könne der Zins deutlich gegenüber dem heutigen Zins steigen, ohne dass sich eine Mehrbelastung für den Käufer ergebe.

Entschuldung ohne Mehrbelastung möglich

In 325 Kreisen liegt der Studie zufolge der finanzierungsneutrale Zins bei über 4%, in 280 Kreisen sogar bei über 5%. Auch in den Großstädten liegt der finanzierungsneutrale Zins in vielen Fällen bei 3% und mehr. Lediglich in München liege der Zins sehr niedrig. „Das Rückschlagpotenzial, das bei steigenden Zinsen laut vielfach geäußerter Meinung drohe, gibt es in dem Maße nicht“, sagt Mingazzini. Die Berechnung des finanzierungsneutralen Zinses unterstreiche vielmehr die große Chance, die das derzeitige Finanzierungsumfeld zur Wohneigentumsbildung bietet. In den meisten Kreisen könnten die Haushalte Wohneigentum kaufen und vollständig entschulden, ohne dass sie stärker belastet werden würden als Mieter. (mh)





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