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Wohnimmobilien: Platzt bald die Blase?
08. August 2018

Wohnimmobilien: Platzt bald die Blase?

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter rasant. Dadurch besteht in vielen deutschen Städte und Landkreise eine Blasengefahr am Markt für Wohnimmobilien. Besonders drastisch ist die Lage in den Großstädten. Das ist das Fazit des aktuellen Blasenindex des Forschungsinstituts Empirica.


Empirica hat den Blasenindex für das zweite Quartal 2018 veröffentlicht. Darin analysieren die Forscher die Blasengefahr in deutschen Städten und Landkreisen. Insgesamt befinden sich der aktuellen Untersuchung zufolge die Mieten und Kaufpreise in 265 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten nicht mehr im Gleichklang. Im Vorquartal waren es 259, vor drei Jahren sogar nur 173. Der Empirica-Blasenindex weist unterm Strich für 211 Kreise eine mäßige bis hohe Blasengefahr aus. Auch hier steigen die Zahlen. Im Vorquartal waren es 204, vor drei Jahren nur 83.

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Großstädte besonders gefährdet

Besonders kritisch sieht Empirica die Situation in den deutschen Großstädten. Gegenüber dem Vorquartal habe sich die Lage hier keineswegs entspannt. In neun von zwölf Großstädten bestehe weiterhin eine hohe Blasengefahr am Wohnimmobilienmarkt. Nur in Essen sei die Gefahr mäßig hoch. In Leipzig bleibe sie zudem gering und in Dortmund sogar sehr gering.

Ausreißer in Ostdeutschland

Etwas entspannter stellt sich die Lage in Ostdeutschland dar. Der Blasenindex für ostdeutsche Städte liegt seit 2015 unter dem Bundesdurchschnitt. Doch auch dort gibt es Ausreißer. So sehen die Experten in Potsdam, Dresden und Jena eine eher hohe Blasengefahr Blasengefahr. Zudem ist der Gesamtindex in Schrumpfungsregionen diesmal etwas mehr als in den Wachstumsregionen gestiegen.

Drohender Preisrutsch von bis zu einem Drittel

Empirica sieht generell Potenzial für hohe Preisrückschläge am deutschen Wohnimmobilienmarkt. Im bundesweiten Durchschnitt seien Wohnungen um 15% überbewertet. Auch hier verbergen sich hinter dem Durchschnittswert deutlich höhere Einzelwerte. In den Top-Städten liegt das Rückschlagpotenzial laut Empirica bei 32%. Doch selbst in schrumpfenden Regionen könnten die Preise um 6% nachgeben. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt aber maßgeblich vom Tempo der Fertigstellungen sowie von der weiteren Zuwanderung und Zinsentwicklung ab. (mh)



Kommentare

von Jan Lanc am 09.08.2018 um 12:06 Uhr
Es kann bestenfalls ein paar Korrekturen in den beliebten Städten geben aber im Grunde paasen die Preise zu den Mieten.



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