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Wohneigentum in deutschen Mittelstädten wird immer teurer
06. Dezember 2017

Wohneigentum in deutschen Mittelstädten wird immer teurer

Die deutschen Mittelstädte boomen. In den vergangenen fünf Jahren haben sich dort die Kaufpreise von Wohneigentum um bis zu 79% verteuert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung von immowelt.de. Die Preisunterschiede sind dabei nach wie vor enorm. In der teuersten Stadt sind die Preise zehn Mal so hoch wie in der günstigsten.


Mittlerweile verteuern sich nicht nur in den Metropolen, sondern auch in den deutschen Mittelstädten die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser deutlich. Am stärksten legten die Preise in Rosenheim zu. Kosteten Kaufimmobilien 2012 noch 2.150 Euro pro m2 im Median, sind es heute bereits 3.840 Euro. Das bedeutet einen Preisanstieg von 79%. Neben zahlreichen Neubauquartieren sind laut immowelt.de vor allem historische Gebäude im Zentrum, die kernsaniert wurden, verantwortlich für den Preissprung. Hinzu komme, dass Rosenheim in Pendeldistanz zu München liegt und viele Käufer versuchen würden, den hohen Preisen in der Landeshauptstadt zu entweichen.

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Gefragte Speckgürtel

Die zweithöchste Steigerung mit jeweils 67% verzeichnen Esslingen am Neckar, Lüneburg und Passau. Während sich Kaufimmobilien in Passau (2.220 Euro) und Lüneburg (2.490 Euro) preislich in etwa auf einem Niveau befinden, liegt Esslingen ein gutes Stück darüber (3.110 Euro). In allen drei Städten sorgen immowelt.de zufolge Neubauten und neuwertige Immobilien für die Preisanstiege. Esslingen und Lüneburg liegen zudem ebenfalls im Einzugsgebiet teurer Metropolen. Gleiches gilt auch für Langenhagen (+65%) im Norden von Hannover.

Nur 2 von 108 Städten mit gesunkenen Preisen

Auch abseits der Großstädte klettern die Preise: In Hameln, Landshut (je 66%), Gießen (65%) und Neu-Ulm (61%) liegt die Steigerung über der 60%-Marke. Insgesamt sind in 104 der 108 untersuchten Städte die Kaufpreise für Wohneigentum stärker gestiegen als die Inflationsrate. Diese betrug im selben Zeitraum gerade einmal 7%. Lediglich in Plauen (-6%) und Gera (-15%) sind die Kaufpreise zurückgegangen.

Massive absolute Unterschiede

Auch absolut unterscheiden sich die Preise massiv. Am deutlichsten ist der Unterschied zwischen Konstanz und Plauen: Im sächsischen Plauen werden Eigentumswohnungen und Häuser im Median für 440 Euro pro m2 angeboten, in Konstanz hingegen für 4.480 Euro pro m2. Immobilienkäufer zahlen in Konstanz somit für den Quadratmeter mehr als zehn Mal so viel wie in Plauen. Hinter Konstanz folgt bereits Rosenheim auf Platz 2. Danach folgen Tübingen (3.650 Euro) und Landshut (3.610 Euro) auf den Plätzen 3 bis 4.

Ostdeutschland dominiert unteres Ende

Das hessische Bad Homburg (3.360 Euro) und Meerbusch (2.950 Euro) in Nordrhein-Westfalen sind die einzigen Städte in den Top 10, die nicht in Bayern oder Baden-Württemberg liegen. Zu den günstigsten Gemeinden gehören neben Plauen die ostdeutschen Städte Görlitz (580 Euro), Gera (700 Euro), Zwickau (750 Euro). Ansonsten ist nur im niedersächsischen Goslar (770 Euro) der Quadratmeter für unter 1.000 Euro zu haben. (mh)





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