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Viele deutsche Bauherren verzichten auf professionelle Unterstützung
17. Oktober 2017

Viele deutsche Bauherren verzichten auf professionelle Unterstützung

Ein Hausbau ist ein riesiges und oft komplexes Projekt. Dennoch verzichten viele Deutsche dabei auf professionelle Unterstützung. Ost herrscht vielmehr eine gefährliche Sorglosigkeit. Die Folge davon ist, dass zwei von drei Eigenheimbesitzer im Nachhinein anders bauen würden.


Nicht einmal jeder zweite Bauherr in Deutschland lässt seine Baupläne vor Baubeginn von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen. Verträge mit Bauträgern, Baufirmen oder Handwerkern lässt sogar nur gut jeder dritte Eigenheimbauer von einem Profi gegenlesen. Zudem nehmen 34% der Bauherren ihren Bau ohne jegliche sachkundige Unterstützung ab. Das sind Ergebnisse der „Bauherren-Studie 2017 des Bauherren-Beraters Almondia.

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Hochriskante Einstellung

„Eine solche Einstellung ist hochriskant. Um Baupläne, Verträge und Ausführung richtig beurteilen zu können, müssten die Bauherren Rechtsexperte, Architekt und Bauingenieur in Personalunion sein. Sie fahren sozusagen blind“, kommentiert Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg, die die Studie wissenschaftlich begleitet. Die Wirtschaftsingenieurin warnt, dass unklar formulierte Verträge ein hohes Konfliktpotenzial bergen und viele Streitereien hier ihren Ausgang nehmen. Etwa wenn der Bauherr davon ausgeht, dass bestimmte Leistungen inklusive sind, diese dann aber extra berechnet werden. Oder wenn Art und Qualität der verbauten Materialien nicht definiert sind. Das ist ärgerlich und führt am Ende zu unerwarteten Mehrkosten.

Sorglosigkeit bei Bauplänen

Gefährliche Sorglosigkeit herrscht auch in Bezug auf die Baupläne. „Baupläne sind abstrakt. Sie enthalten zwar Maßangaben. Laien können aber oft nur schwer einschätzen, ob der Platz, etwa für die Treppen, nicht doch zu eng bemessen ist. Meist fehlt das Gefühl für die tatsächlichen Größen“, sagt dazu Dr. Gordian Rättich, Geschäftsführer von Almondia. Vor diesem Hintergrund verwundere es wenig, dass das Resultat nicht immer zufriedenstellend ist. Zwei von drei befragten Eigenheimbesitzern würden heute anders bauen. Fast jeder Fünfte hätte sich ein größeres Haus gewünscht. 14% der Befragten würden sogar einen ganz anderen Haustyp wählen. Auch mit der Qualität war nicht jeder Bauherr zufrieden. Mehr als jeder Zehnte hätte sich eine hochwertigere Ausführung gewünscht.

Vorsicht statt Nachsicht

Vorsicht ist laut Almondia gerade beim Bauen besser als Nachsicht. „Viele Planungsfehler lassen sich im Nachhinein nicht mehr oder nur mit hohem finanziellen Aufwand korrigieren. Aus diesem Grund ist es essenziell, Experten während jeder Phase mit ins Boot zu holen: Bei der Planung, während der Ausführung und bei der Abnahme. Sonst kann der Bau unnötig teuer und alles andere als das erhoffte Traumhaus werden“, so Bauexperte Rättich. (mh)





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