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Untervermietung und Zwischenvermietung einer Immobilie
19. Juli 2018

Untervermietung und Zwischenvermietung einer Immobilie

Die Unter- und Zwischenvermietung wird in Zeiten flexibler Arbeitsverhältnisse immer wichtiger. Der Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI) hat daher wichtige Tipps und rechtliche Grundlagen für die Unter- und Zwischenvermietung einer Immobilie zusammengestellt.


Das WG-Zimmer ist gemietet, doch nun steht ein Auslandssemester an. Aus beruflichen Gründen ist ein kurz- oder auch längerfristiger Wechsel des Wohnortes erforderlich. Was liegt näher, als für diesen Zeitraum das Zimmer weiter zu vermieten und so die „doppelten Kosten“ aufzufangen. Oder man denkt über eine Untervermietung nach. In beiden Fällen sollte man einen Blick ins Bürgerliche Gesetzbuch werfen, denn dort ist regelt, was erlaubt ist und was nicht.

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Gebrauchsüberlassung an Dritte

In § 540 BGB ist die „Gebrauchsüberlassung an Dritte“ geregelt. In Abs. 1 steht die klare Forderung nach der Erlaubnis des Vermieters. Der Mieter darf also nur weitervermieten, wenn der Vermieter dem zustimmt. Allerdings kann der Mieter das Mietverhältnis kündigen, wenn der Vermieter seine Zustimmung grundlost verweigert. Wichtig zu wissen: Der ursprüngliche Mieter bleibt gegenüber dem Vermieter in der Haftung, auch für Schäden die der Zwischenmieter zu verantworten hat.

Untervermietung

Bei der Untervermietung – also der Überlassung von Teilen einer gemieteten Immobilie muss der Vermieter ebenfalls zustimmen, allerdings kann der Vermieter seine Zustimmung nicht grundlos verweigern. Wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung nachweist, kann der das Einverständnis verlangen. Wichtig zu wissen: Das „berechtigte Interesse“ muss nach Vertragsabschluss eingetreten sein. Dies können zum Beispiel veränderte wirtschaftliche Verhältnisse sein oder Veränderungen in den persönlichen Verhältnissen des Mieters (Scheidung oder neue Partnerschaft).

Rechte der Vermieter

Doch der Vermieter muss sich nicht alles gefallen lassen. Wenn zum Beispiel der Wohnraum übermäßig belegt würde oder dem Vermieter der präsentierte Untermieter aus sonstigen Gründen nicht zugemutet werden kann, kann der Vermieter seine Zustimmung verweigern. Auch kann der Vermieter eine angemessene Erhöhung der Miete verlangen und damit seine Erlaubnis von der Zustimmung zu dieser Mieterhöhung abhängig machen.

Wichtig zu wissen: Ein Mieter muss nicht die Zustimmung des Vermieters einholen, wenn er Familienangehörige (Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Kinder, pflegebedürftige Eltern oder Geschwister) aufnehmen will. Auch Hausangestellte oder Pflegepersonal können ohne Zustimmung einziehen. (sw)





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