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Unrühmliche Premiere: Erste Crowd-Pleite bei Immobilienprojekt
21. September 2017

Unrühmliche Premiere: Erste Crowd-Pleite bei Immobilienprojekt

Rückschlag für die deutsche Crowdinvestmentbranche. Auf der Plattform Zinsland müssen Anleger eines schwarmfinanzierten Immobilienprojekte erstmals um ihr Geld bangen. Zwei beteiligte Projektentwicklungsgesellschaften eines Crowdprojekt haben Insolvenz angemeldet – und damit unter anderem auch Zinsland überrumpelt.


Zinsland ist eine der führenden Crowdinvesting-Plattformen für Immobilien. Nun muss die Plattform erstmal um ein Projekt bangen. Hintergrund ist, dass die Conrem-Ingenieure GmbH und die Arplan Projektgesellschaft Alpha 1 GmbH aus München Insolvenz angemeldet haben. Conrem-Ingenieure sammelte über Zinsland rund 0,5 Mio. Euro von insgesamt 274 Anlegern ein. Anleger sollten hierfür bis zum 27.10.2017 7% Zinsen erhalten. Weitere 750.000 Euro sammelte Conrem für ein zweites Projekt ein, bei dem den Anlegern sogar Zinsen von 9% zugesagt wurde.

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„Nicht absehbar gewesen“

Wie viel die Anleger nun von ihrer Investition zurückbekommen ist nun unklar. Im Falle einer Insolvenz werden aber zunächst alle anderen Gläubiger bedient, bevor die Schwarminvestoren an der Reihe sind. Das ist der Preis für die hohen Zinsen. Zinsland wurde von der Meldung kalt überrascht. Die Insolvenzantrag sei nicht absehbar gewesen. Es habe sogar bereits einen Käufer für die Immobilie gegeben. Zinsland-Gründer Carl-Friedrich von Stechow habe erst am 15.09.2017 von dem Insolvenzantrag erfahren. Die Plattform sei aber in Gesprächen und setze sich dafür ein, dass die (Insolvenz-)Anträge zurückgenommen werden.

„Reine Vorsichtsmaßnahme“

Die Bauarbeiten werden laut Zinsland fortgeführt. Auch die wirtschaftliche Lage des Vorhabens sei durch den gesicherten Verkauf weiter positiv. Die Zahlungsschwierigkeiten lägen vielmehr daran, dass Kaufpreiszahlungen vom Baufortschritt abhängen, dieser sich aber verzögert hat. Das sei auch einer der Gründe, warum Conrem den Insolvenzantrag gestellt habe. Zudem sei der kaufmännische Leiter des Projektentwicklers plötzlich ausgeschieden. Insgesamt sei der der Insolvenzantrag daher eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. (mh)





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