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Tool zur Messung von Klimaeffekten bei Bestandsinvestitionen gestartet
14. September 2018

Tool zur Messung von Klimaeffekten bei Bestandsinvestitionen gestartet

Der Klimaschutzplan 2050 ist ein politisches Vorhaben der deutschen Bundesregierung, das wirtschaftlich operationalisiert werden muss. Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) hat dazu gemeinsam mit Union Investment für die Branche ein erstes Risikomanagement-Tool entwickelt.


Die frei verfügbare Lösung zeigt auf, welche Investitionen wann notwendig sind, damit eine Gewerbeimmobilie in Zukunft nicht am Markt strandet. Der von der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzplan 2050 ist aus dem Pariser Klimaabkommen abgeleitet, das eine Begrenzung der globalen Klimaerwärmung auf deutlich unter 2 Grad-Celsius vorsieht. Laut deutschem Klimaschutzplan sollen unter anderem die CO2– Emissionen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent reduziert werden. Die Einsparungen sollen jeweils im Vergleich zum Referenzjahr 1990 erfolgen. Dem Gebäudesektor kommt dabei eine entscheidende Rolle zu – nach wie vor soll der Gebäudebestand bis 2050 klimaneutral sein.

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Nutzen von Klimainvestitionen genau beziffern – Risiken managen

Für die Branchenteilnehmer der Immobilienwirtschaft ist bislang unklar, welche Investitionen notwendig sein werden, um die Ziele des deutschen Klimaschutzplans sowie des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Ein durchaus realistisches Szenario ist, dass einzelne, Immobilien mit besonders hohem CO2-Ausstoß soweit abgewertet werden, dass sie sich am gewerblichen Immobilienmarkt nicht mehr handeln lassen und dadurch „stranden“. Im Englischen hat sich für solche Fälle der Fachbegriff Stranded Assets etabliert.

Neues Tool: Prototyp im Praxiseinsatz

Die DENEFF und Union Investment haben daher ein erstes Tools entwickelt, das den Effekt von klimaoptimierenden Investitionen misst und quantifiziert. Das Tool ermöglicht es, entscheidende Parameter für die klimafreundliche Zukunftsfähigkeit einer Immobilie zu ermitteln, sie auszuwerten und zu visualisieren. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Bestimmung von Zeitpunkten für energetische Sanierungen anhand eines Verlaufsdiagramms
  • Eine Kalkulation des Investitionsvolumens für die energetische Modernisierung eines Gebäudes auf Grundlage der Klimaschutzziele der Bundesregierung
  • Die Ermittlung und Visualisierung des bereits zukunftsfähigen Anteils im Immobilienportfolio
  • Eine Risikoanalyse für alle Objekte im Portfolio, um Handlungsbedarf anzuzeigen (sw)




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