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Studie: Wohnungspreise würden selbst bei Zinsanstieg weiter steigen
12. März 2018

Studie: Wohnungspreise würden selbst bei Zinsanstieg weiter steigen

Die Immowelt-Kaufpreis-Prognose hat untersucht, welche Auswirkungen mögliche Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Wohnungspreise bis 2020 haben. Demnach würden die Kaufpreise für Eigentumswohnungen erst ab einem Zinssatz von 3% stagnieren.


Auch wenn der Leitzins in der Eurozone weiter auf einem historischen Tief liegt: Der Finanzmarkt hat bereits eine kleine Kehrtwende vollzogen. Mit Folgen für Immobilienkäufer, Sparer und Anleger. Im Durchschnitt lag der effektive Zinssatz für Darlehen mit einer Laufzeit von mehr als 10 Jahren nach Angaben der Bundesbank im Januar bei 1,88%Dies bedeutet gegenüber Dezember 2017 eine Zunahme um 0,11 Prozentpunkte.

Kein Rückgang bis Zinsanstieg auf 3%

Bis die Preise für Eigentumswohnungen nicht mehr steigen, müssten die marktüblichen Zinsen für Wohnbaukredite mit zehn Jahren Laufzeit auf 3% klettern. Zu diesem Ergebnis kommt die Immowelt-Kaufpreis-Prognose für die 14 größten deutschen Städte. Damit sich die Hypothekenzinsen so stark erhöhen, müsste die EZB den Leitzins laut Immowelt von aktuell 0 auf rund 2% erhöhen. Das sei innerhalb diesen oder nächsten Jahres eher unwahrscheinlich. In den verschiedenen Städten variiert das Zinsniveau, das für eine Stagnation der Kaufpreise nötig wäre, nur leicht um 3%. Konkret liegt die Spanne zwischen 2,92% in Leipzig und 3,15% in Bremen.

Anhebung auf 0,5% hätte kaum Folgen

Eine realistischere Anhebung der Leitzinsen auf 0,5% hätte zur Folge, dass Käufer einen Wohnbaukredit für 5 bis 10 Jahre zu einem Zinssatz von rund 2% finanzieren müssten. Das würde den Preisanstieg auf jeden Fall verlangsamen, aber bei weitem nicht stoppen. In München würde das etwa dazu führen, dass Wohneigentum bis 2020 um 22% teurer wird. Bei gleichbleibenden Zinsen wären es 28%. Eine ähnliche Entwicklung prognostizieren die Experten auch in allen anderen untersuchten Städten. In Essen und Dortmund hätten höhere Zinsen sogar nahezu keinen Einfluss auf die Preise. (mh)





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