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Steigender Bedarf für Pflegeimmobilien übersteigt Neuplanungen
06. März 2018

Steigender Bedarf für Pflegeimmobilien übersteigt Neuplanungen

Vorausschauende Planung ist bei Pflegeimmobilien für die kommenden Jahre unverlässlich. Neubau von Pflegeimmobilien, betreutes Wohnen und Mehrgenerationenhäuser müssen als Chance gesehen werden. Der Bundesverband für die Immobilienwirtschaft hat im Auftrag des Ownersclubs die Zahlen analysiert.


Aktuell sind in Deutschland rund 3 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen. Rund 80% der Pflegebedürftigen sind mindestens 65 Jahre als, gut ein Drittel sogar älter als 85 Jahre. Diese Zahlen werden in den kommenden Jahren stetig steigen, das ist kein Geheimnis. Je nach Pflegegrad steht man vor der Überlegung, welche Wohnform sinnvoll und gut für die Betroffenen ist. Möglich ist eine optimale Versorgung in einem Pflegeheim, oder das selbstständigere Wohnen in einem Wohnheim für „Betreutes Wohnen“. Auch die sog. Mehrgenerationenhäuser können eine gute Alternative sein. Wenn das Leben alleine in den eigenen vier Wänden zu anstrengend wird oder altersbedingt nicht mehr möglich ist, suchen viele Senioren einen geeigneten Platz für Ihren Lebensabend. Doch das Angebot ist begrenzt.

Vollstationäres Pflegeheim

Bis ins Jahr 2030 wird die Zahl der vollstationär Pflegebedürftigen um fast 300.000 steigen. Dies bedeutet zusätzlich fast 23.000 Pflegeplätze pro Jahr. Diese Plätze müssen geplant und bebaut werden. Jedes Jahr müssten dazu 80 bis 90 neue Pflegeheime umgesetzt werden. Die Zahl der neuen Pflegeplätze bleibt für 2017 jedoch deutlich unter diesem Wert, denn den ca. 12.000 neuen Pflegeplätzen stehen ca. 2.000 entfallene Pflegeplätze gegenüber. Daraus ergibt sich ein Mehr von 10.000 Plätzen. Auf Dauer nicht genug.

Folge

Es muss neu- und umgebaut werden. Hier ist mit einem Investitionsvolumen von mindestens 50 bis 60 Mrd. Euro zu rechnen.

Senioren-Wohnungsmarkt

Der eingeschränkten Mobilität mit steigendem Alter muss Rechnung getragen werden. Nicht jede Wohnung in der man lange gelebt hat, ist auch im Alter noch geeignet. Das betreute Wohnen in einer Senioren-Wohnanlage kann eine gute Alternative sein. Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für einen Umzug aus diesem Grund. Die Verkaufszahlen der Wohn- und Pflegeappartements steigt rasant. Die Anzahl der so genutzten Wohnungen hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt und wird sich so auch in den kommenden Jahren weiter entwickeln.

Besondere Wohnformen

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich ebenfalls Mehrgenerationenhäuser. Hier gibt es allerdings große Unterschiede, was das Zusammenleben betrifft, denn die Regel bestimmen die Bewohner selbst. Wer hier einzieht sollte sich vorher mit den Regeln vertraut machen, denn einen Teil der Privatsphäre gibt man zwangsläufig auf. Positiv kann sich aber gerade diese Gemeinschaft auf das Leben im Alter auswirken. Gegenseitige Hilfe und fehlende Einsamkeit sind hier nur zwei der vielen Vorteile.

In der Regel hat jeder Bewohner seinen privaten Wohnung- oder Zimmeranteil und nutzt gemeinschaftlich zum Beispiel Küche, Waschküche und Hobbyräume. Auch Wohnbereiche können zusammengelegt sein oder es steht zum Beispiel ein gemeinschaftlich genutztes Gästezimmer zur Verfügung. (sw)





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