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Soziale Geldanlagen wie Pflegeimmobilien immer beliebter
24. März 2016

Soziale Geldanlagen wie Pflegeimmobilien immer beliebter

Von Patrick Holze von Marktplatz-Pflegeimmobilie.de

Knapper Wohnraum und Überalterung stellen Deutschland vor neue Herausforderungen. Diese gesellschaftliche Mammutaufgabe bietet auch eine Chance für Kapitalanleger – zum Beispiel durch den Ewerb von Anteile an Pflegeheimen von privaten Betreibern.


Die Gesellschaft wird immer älter, die Lebenserwartung und Lebensqualität steigt stetig an. Laut Statistischem Bundesamt ist jeder Fünfte bereits über 65 Jahre alt. Seit 1990 hat die Zahl der Menschen ab 65 bundesweit um etwa fünf Millionen zugenommen. Das bedeutet einen Anstieg um rund 42 Prozent. Zum Vergleich: Die Gesamtbevölkerung ist im selben Zeitraum nur um drei Prozent gewachsen. Im Jahr 2060 ist Prognosen zufolge bereits jeder dritte in Deutschland Lebende über 65 Jahre. Dieser demografische Wandel bringt neue Herausforderungen mit sich: Mit dem zunehmenden Alter werden die Menschen zwangsläufig pflegebedürftiger. Neben alternder Gesellschaft sorgen neue Gesetze für Veränderungen in der Branche: Für Kapitalmarktanleger und Immobilienmanager ergeben sich neue interessante Möglichkeiten.

Alternde Gesellschaft verlangt passenden Wohnraum

Bereits jetzt ist jeder Fünfte in Deutschland über 65. Im Jahr 2060 wird es nach aktuellen Prognosen jeder Dritte sein. Zusätzlich erreichte die Geburtenrate erneut einen Tiefpunkt. Mit dem Alter steigt gleichzeitig die Nachfrage nach einer passenden Unterbringung. Je mehr Pflegebedürftige es gibt, desto höher der Bedarf an Pflegeeinrichtungen. Eine einfache Logik. Doch in Ballungszentren wird Wohnraum immer teurer und damit zur Mangelware.

Viele kennen die Situation vielleicht aus dem Bekanntenkreis oder aus der eigenen Familie bereits: Irgendwann stoßen die Älteren mit ihrer derzeitigen Wohnsituation schlicht an ihre Grenzen. Ihre Angehörigen wohnen oft einfach zu weit weg oder sind beruflich derart eingespannt, dass sie ihnen im Alltag nur bedingt helfen können. Egal ob das eigene Haus zu groß wird oder man die Treppen zur Wohnung im oberen Stockwerk nur noch schwer bewältigen kann: Irgendwann kommt der Punkt, ab dem sich die ältere Generation nach barrierefreiem Wohnraum umsehen sollte. Dann sind Einrichtungen gefragt, die zu den Bedürfnissen der Bewohner passen. Seien es nun beispielsweise ebenerdige Duschen, die das eigene Wohnhaus modernisieren, betreute Gemeinschaftswohnungen oder optional Pflegeeinrichtungen, die von qualifizierten Pflegekräften betreut werden. Kurzum: Es wird Wohnraum benötigt, der sich optimal an die älter werdende Gesellschaft anpasst. Doch was, wenn es nicht genügend Unterkünfte gibt? Was, wenn unsere älteren pflegebedürftigen Mitmenschen sich von Warteliste zu Wartliste hangeln müssen, um überhaupt eine Unterkunft zu finden? Es obliegt der gesellschaftlichen Verantwortung, auf diese Fragen passende Antworten zu finden. Die Entwicklungen sind alarmierend, aufhalten lassen sie sich nicht. Doch man kann ihnen ihre Sprengwirkung nehmen.

Pflegesituation verschärft sich

Neben der alternden Gesellschaft sorgte kürzlich auch die Bundesregierung mit neuen Gesetzen für einen Bedarfsanstieg. Seit dem 01.01.2015 gilt das erste von zwei Pflegestärkungsgesetzen, welches besonders die Situation von pflegenden Angehörigen verbessert. Zudem wurde der Betreuungsschlüssel in Pflegeheimen angepasst. Dieser liegt nun bei 1:20 – so soll für die Pflegebedürftigen der Aufenthalt im Pflegeheim angenehmer gestaltet werden. Zusätzlich schafft der neue Schlüssel 20.000 neue Stellen für Pflegekräfte.

Weitreichendere Änderungen für die Pflegebranche verursacht jedoch das zweite Pflegestärkungsgesetz, welches im Januar 2016 in Kraft getreten ist. Laut Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe definiert dieses Gesetz einen neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit, der den tatsächlichen Unterstützungsbedarf besser abbildet. Künftig bezieht sich die Höhe der Leistungen darauf, in welchem Umfang eine Person noch selbstständig leben kann und wo sie Unterstützung braucht. Um den neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit umzusetzen, werden die bisher bekannten drei Pflegestufen in sogenannte Pflegegrade umgewandelt. Insgesamt existieren nun fünf Pflegegrade. Durch die Gesetzesänderung erhalten zum ersten Mal auch Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz den gleichen Anspruch auf Leistungen wie Pflegebedürftige mit körperlichen Einschränkungen. Die Pflegebranche sieht sich damit mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Neue Möglichkeiten in der Pflegebranche

Die Neuregulierung bedeutet vor allem, dass das gesetzliche Pflegesystem insgesamt deutlich mehr Menschen auffängt und mehr Bedürftige beispielsweise Anspruch auf einen Platz im Pflegeheim erhalten. Doch bereits jetzt ist das System an der Grenze der Belastung. Wartelisten für einen Pflegeplatz sind lang. Nötige Neubauten von Pflegeheimen verzögern sich aufgrund der strengen Rahmenbedingungen für den Bau gemäß SGB XI. Eine Modernisierung der bereits bestehenden Heime gestaltet sich schwierig: Schätzungsweise existiert Renovierungsbedarf bei 6.000 Heimen – dafür fehlen aber die Mittel. Unabhängig davon gilt es, den Bau von Pflegeheimen gerade in Gemeinden mit 3.000 bis 50.000 Einwohnern zu forcieren, da hier der größte Fehlbestand an Pflegeplätzen vorherrscht. Doch kommunale Trägerschaften von Pflegeheimen sind anscheinend unattraktiv – zu hoch sind die Hürden: Starre Verwaltungsstrukturen, Tarifbindung und vergaberechtliche Vorschriften schränken den unternehmerischen Handlungsspielraum ein.

Das sorgt für Bewegung in der Branche: Zunehmend agieren neben kirchlichen und kommunalen Trägern auch private Betreiber von Pflegeheimen am Markt. Das bietet auch eine Chance für Kapitalanleger. Sie können Anteile an Pflegeheimen von privaten Betreibern erwerben und erhalten so neben Mieteinnahmen und Rendite ein sogenanntes bevorzugtes Belegungsrecht für sich und nahe Angehörige.

Risikoarm und sozial in Sachwerte investieren

Sachwerte wie Immobilien genießen nach wie vor im Finanzportfolio einen guten Ruf. Anders als bei Fonds, die als spekulativ und risikoreich gelten, wird jemand, der ein geringes Risiko bei seinen Anlageoptionen sucht, bei Sachwerten fündig. Hinzu kommt: Geld gewinnbringend anzulegen, ist heute schwierig. Denn das Sparbuch können Anleger in diesen Tagen getrost beiseitelegen. Hierfür sind die Zinsen einfach viel zu niedrig. Zwar erfreuen sich Immobilienfonds steigender Beliebtheit durch die versprochene hohe Rendite. Aber letztendlich sind auch sie nur riskante Finanzspekulation und bieten bei Weitem nicht die gleiche Sicherheit wie beispielsweise direkte Investitionen in Immobilien wie Pflegeimmobilien.

Die Pflegeimmobilie steht dabei in direkter Konkurrenz zur klassischen Mietwohnung. Durch Pflegeimmobilien haben Anleger die Möglichkeit, ihr Kapital risikoarm in einen Sachwert zu investieren – und dabei gleichzeitig den Betroffenen ein altersgerechtes Wohnen zu ermöglichen. Anleger erhalten durch die enorme Nachfrage eine krisensichere Anlage und leisten währenddessen noch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. So ist auch den älteren Mitbürgern geholfen. Für die Investoren gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe an Vorteilen: Wie bei einem regulären Immobilienkauf ist der Erwerb von Pflegeimmobilien notariell beglaubigt. Somit können sie vererbt, beliehen oder sogar verschenkt werden. Zusätzlich erhalten Investoren eine Immobilie, für deren Vermietung und Instandhaltung nur wenig Aufwand nötig ist. Auch das Risiko von Mietausfällen ist verschwindend gering: Für den Fall, dass der Mieter die Miete nicht aufbringen kann, geben die Sozialkassen dem Pächter Zuschüsse. Dann gibt es da noch das bevorzugte Belegungsrecht, was übersetzt heißt: Die Eigentümer der Immobilien und die Angehörigen brauchen keine Rücksicht auf etwaige Wartelisten zu nehmen und können das Anlageobjekt im Zweifel selbst nutzen. Somit kann man schon jetzt für den Ruhestand vorsorgen und heute die eigene Zukunft oder die der Angehörigen gestalten.


Patrick Holze Patrick Holze




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