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So stehen Investoren zu Mietpreisbremse, AfA und sozialem Wohnungsbau
22. September 2017

So stehen Investoren zu Mietpreisbremse, AfA und sozialem Wohnungsbau

Um den Bau von Mietwohnungen zu fördern, braucht es institutionellen Immobilienanlegern zufolge vor allem, eine vereinfachte Ausweisung von Bauland. Bei einer weiteren Verschärfung der Mietpreisbremse drohe hingegen ein Investitionsstau inklusive weiter steigender Mieten.


Die Ankündigung des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, die Mietpreisbremse im Falle einer Regierungsbeteiligung verschärfen zu wollen, stößt bei institutionellen Anleger in Deutschland erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von RUECKERCONSULT im Auftrag von Engel & Völkers Investment Consulting. Demnach rechnen 59% der Befragten bei Verschärfung der Mietpreisbremse mit einem zunehmenden Investitionsstau bei Bestandswohnungen. Entsprechend dürften die Investoren erleichtert über den Regierungsrückzug der SPD nach der Wahl sein.

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Ungeeignetes Instrument

Eine knappe Mehrheit schätzt zudem, dass die Mieten trotz einer verschärften Mietpreisbremse die Mieten weiter steigen. 46% ziehen bei einer Verschärfung der Mietpreisbremse sogar in Betracht, ihren Investitionsschwerpunkt auf andere Immobilien-Asset-Klassen zu verlagern. „Institutionelle Anleger sehen die Mietpreisbremse nicht als das geeignete Instrument an, um den Mietwohnungsmarkt zu regulieren“, kommentiert Kai Wolfram, Geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Investment Consulting GmbH. „Schon heute kalkulieren Investoren bei Bestandsimmobilien mit einer sehr geringen Mietrendite von 2 bis 3%.“ Bei einer anhaltend hohen Nachfrage nach Mietwohnungen helfe letztlich nur eine Ausweitung des Angebotes.

Abschreibungen zweitrangig

Die Forderung von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung über eine Sonder-AfA zu verbessern, findet ebenfalls keine Mehrheit unter institutionellen Investoren. Eine Erhöhung der linearen AfA auf mindestens 3% bzw. die Einführung einer degressiven AfA finden jeweils bei je 42% der Befragten Anklang.

Bauland ist der wahre Schlüssel

Eine klare Mehrheit von 88% hält es hingegen für sinnvoll, die Ausweisung von Bauland in städtischen Gebieten zu vereinfachen. Auch eine verstärkte Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus unterstützen etwas mehr als 50% der Befragten. „Für viele institutionelle Anleger und Projektentwickler stellen die hohen Grundstückspreise in den Metropolen ein gravierendes Problem dar. Betrug früher der Grundstücksanteil an den Erstellungskosten für Neubau noch rund 15 bis 20%, liegt der Anteil heutzutage bei über 40%“, erläutert Wolfram. Wer den Mietwohnungsbau vorantreiben wolle, müsse daher vor allem das Angebot an Grundstücken in den Innenstädten erhöhen. (mh)





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