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So denken die Deutschen über Immobilien
20. Juni 2018

So denken die Deutschen über Immobilien

Wie stehen die Deutschen zur Immobilie? Das hat Interhyp wieder in der aktuellen Wohntraumstudie untersucht. Der Traum vom eigenen Heim ist demnach noch immer fest verankert. Die Wohnträume erscheinen zudem weiter realistisch und pragmatisch. Die Immobilie bleibt für die Deutschen derweil weit mehr als ein reines Investment.


Was bewegt die Menschen rund um ihr eigenes Zuhause? Wie wohnen sie und welche Wünsche, Ängste und Bedürfnisse haben sie diesbezüglich? Um diese Aspekte besser zu verstehen, führt die Interhyp AG seit 2011 die Wohntraumstudie durch. Die Studie zeichnet ein detailliertes Bild von den Wünschen, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Wohn- und Mieteigentum.

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Mehr als ein Renditeobjekt

„Die zweistufige Untersuchung zeigt, dass die Immobilie trotz gestiegener Kaufpreise und Wertzuwächse für die Mehrheit kein Renditeobjekt ist. Vielmehr wurde besonders im qualitativen Teil der Studie der große emotionale Bezug der Deutschen zum Zuhause deutlich, der quantitativ bestätigt wurde“, fasst Mirjam Mohr, Vorstandsmitglied der Interhyp AG, die Studienergebnisse zusammen.

Bodenständige Wohnträume

Der Erhebung zufolge hegen die Deutschen solide und unaufgeregte Wohnträume. „Die Menschen haben stets im Hinterkopf, was für sie selbst realistisch ist“, erläutert Mohr. Luxusphantasien gibt es kaum. Der Wohntraum soll stattdessen vor allem hell, praktisch, ordentlich und bodenständig sein. Für die Befragten sei das Zuhause ein wichtiger Rückzugsort und zugleich ein sozialer Ort, der die Menschen mit Freunden und Familie verbindet. „Deshalb sind Lage und Umgebung so wichtig – nicht nur bei der Immobilienwertermittlung der Banken, sondern auch bei der individuellen Bewertung“, erklärt Mohr.

Eigentum macht glücklich

Insgesamt sind die Deutschen der Interhyp-Studie zufolge mit ihrer eigenen Wohnsituation überwiegend zufrieden. Interessant ist laut Interhyp der Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Wohnglück. Wer bereits gekauft hat, ist damit sehr zufrieden (91%).  Ungeachtet der Immobilienpreise wollen die Deutschen nicht mehr mieten. Insgesamt hätten 76% gern eine eigene Immobilie.Von Wohneigentum erhoffen sie sich mehr Unabhängigkeit, mehr Gestaltungsspielraum, Mietfreiheit und Absicherung im Alter.

Unberechtigte Sorgen

Gleichzeitig sorgen sich viele derjenigen, die noch nicht gekauft haben, wegen einer möglicherweise zu hohen finanziellen Belastung durch den Kredit und fürchten, kein passendes, bezahlbares Objekt zu finden. Diese Sorge ist laut den Immobilienbesitzern tatsächlich nur sehr selten berechtigt.

Naturnähe gefragt

Aus den qualitativen Interviews ergaben sich zwei Trends. Zudem einen sehnen sich immer mehr Menschen nach Natur, Freiheit und Ruhe. Auf dem Land fühlen sie sich stärker in die Gemeinschaft eingebunden. „Sie wollen raus aus der Großstadt, weg von der schlechten Luft und den überteuerten Immobilienpreisen“, zitiert Mohr aus den Interviews. Diese Tendenzen wurden in den Panels quantitativ bestätigt: naturnahe und ruhige Wohnlagen sind im Trend. Die Großstadt ist hingegen gar nicht so beliebt wie man vermuten könnte. 56% der Befragten bezeichnen sich gar als lärmgeplagt.

Familie vor Arbeit

Der zweite Trend zeigt zur Familie. In den qualitativen Interviews wollten die Teilnehmer auffällig oft in der Nähe ihrer Familie und enger Freunde wohnen, einige haben dafür sogar Kompromisse in Kauf genommen – wie etwa einen weiteren Weg zur Arbeit. Diese Aussagen wurden quantitativ bestätigt. 53% der Befragten ist die Nähe zur Familie sehr wichtig. 2016 sagten das nur 36%. Die Zunahme wundert nicht, sagen doch 84%, dass Familiennähe ihnen Gefühl von Stabilität, Verwurzelung und Heimat gibt. (mh)





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