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Prora-Immobilieninvestor vor Insolvenzverfahren
09. August 2018

Prora-Immobilieninvestor vor Insolvenzverfahren

Rügen ist einer der teuersten Hotspots für Immobilien in Deutschland. Entsprechend groß ist das Investoreninteresse an der Ostseeinsel. Größtes Projekt ist der Gebäudekomplex Prora bei Binz. Einem Investor des Projekts droht nun aber ein Insolvenzverfahren.


Das KdF-Seebad in Prora war einst ein 4,5 Kilometer langes Prestigeprojekt der Nationalsozialisten. Der Häuserblock sollte den Deutschen den Urlaub an der Ostsee schmackhaft machen. Seit 2004 werden die Blöcke zum Teil in neue Wohnanlagen umgebaut. Einer der Investoren musste nun aber in die Insolvenz gehen. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat einen entsprechenden Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG bekannt gegeben.

Bereits zu 90% fertig

Die Gesellschaft ist Inhaber des Block 1 des riesigen Gebäudekomplexes in Prora bei Binz auf der Insel Rügen. Der etwa 450 Meter lange Gebäudeteil sollte saniert und zu 280 Eigentumswohnungen umgebaut werden. Einem Bericht der Ostsee-Zeitung zufolge sind die Arbeiten bereits zu 90% fertig. Zudem seien fast alle Wohnungen verkauft worden. Die Bank habe ein Darlehen der Gesellschaft dennoch nicht verlängert.

Lange Wartezeiten und fehlende Solidarität

Die Wohnen in Prora Vermögensverwaltung verweist auf Probleme mit der die Länge der Bauzeit, durch die Kosten in die Höhe getrieben worden seien. Zwischenzeitlich habe man sich sogar vom Generalunternehmer Bilfinger Berger trennen müssen. Zudem habe die „fehlende Solidarität“ weniger Käufer habe dazu geführt, dass eine Gewerbeeinheit trotz bestehenden Kaufvertrages nicht umgesetzt werden konnte. Da das Insolvenzverfahren erst in zwei bis drei Monaten eröffnet wird, hoffe man aber, das Projekt noch zu Ende bringen zu können. (mh)





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