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PropTechs: Nichts als Manipulation und hohe Kosten für Makler?
29. März 2016

PropTechs: Nichts als Manipulation und hohe Kosten für Makler?

Der internationale Immobilienmakler Black Label kritisiert die deutschen PropTech-Start-ups mit harten Worten. An den Online-Immobilienangeboten lässt er kein gutes Haar. Wegen manipulierter Bewertungen und hoher Vermittlungskosten haben sie demnach vor allem für Makler negative Folgen.


Black Label Immobilien hat sich die Welt der deutschen PropTechs angesehen und ist dabei zu einem mehr als ernüchternden Urteil gekommen. Die Slogans ähneln sich demnach auf allen Portalen. In der Praxis gestalte sich die „scheinbar perfekte Win-Win-Situation“ zwischen Verbraucher und Makler aber leider oft als nachteilig für den Makler.

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Hohe Kosten, wenig Umsatz

Black Label Immobilien kritisiert unter anderem, dass manche Portale mit kostenlosen Wertegutachten werben, die den Kunden helfen sollen, die Immobilie richtig einzuschätzen. Doch „durch dieses System geraten die konkurrierenden Makler unter Druck und es entstehen zum Teil völlig überzogene Preiseinschätzungen, die nicht dem tatsächlichen Wert der Immobilie entsprechen und nach Auftragserteilung dann immer weiter nach unten korrigiert werden“, kritisiert Andreas Müller, Niederlassungsleiter von Black Label Immobilien. Viele Interessenten würden die Services nur nutzen, um ein kostenloses Wertegutachten zu erhalten und dann ihre Immobilie privat verkaufen. Für seriöse Makler lasse sich dort kein ehrliches Geschäft machen.

Aufwändige Pflege von Onlinebewertungen

Auch an Online-Bewertungen lässt Black Label kein gutes Haar. Die Objektivität der Bewertungen und die Qualität der vermittelten Makler sei oft eher fragwürdig. „Wir sind sehr offen gegenüber Transparenz und Bewertungen, allerdings sollten diese durch einen neutralen Moderator überwacht werden“, so Andreas Müller. „Es gibt leider immer wieder manipulierte Bewertungen in unserer Branche, zum Beispiel aus Frust, wenn Kunden das Objekt nicht bekommen haben oder auch Wettbewerber, die extra schlechte Bewertungen über Dritte schreiben lassen.“

Kritik an „Beratungsqualität“

Die oft versprochenen umfassenden Beratungsservices durch erfahrene und ausgebildete Immobilienmakler und Gutachter seien derweil oft leere Versprechungen. Letztendlich würden meist nur Makler an den Kunden weiter empfohlen, wofür die Makler in die Tasche greifen müssten.

Fachwissen nicht per Email vermittelbar

In den boomenden Vermittlungsportalen sieht Black Label Immobilien wiederum einen noch völlig unstrukturierten Markt. Juristisches Fachwissen und fundierte Marktkenntnisse ließen sich per Email nicht vermitteln. „Das kann sich für den Verkäufer sehr nachteilig auswirken, da die persönliche Beratungsqualität nicht gegeben ist – unter Umständen verkauft sich die Immobilie weit unter ihrem Wert“, gibt Andreas Müller von Black Label Immobilien zu bedenken. (mh)





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