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Prognose: So viel kosten Wohnungen in deutschen Großstädten im Jahr 2020
23. Januar 2018

Prognose: So viel kosten Wohnungen in deutschen Großstädten im Jahr 2020

Immowelt hat eine Kaufpreis-Prognose für die Entwicklung der Wohnungspreise in den 14 größten deutschen Städten bis 2020 aufgestellt. Die Preise für Wohneigentum werden sich demnach bis Ende des Jahrzehnts um fast ein Viertel erhöhen. Selbst wenn die Zinsen steigen sollten, dürften die Preise weiter steigen.


Die Wohnungspreise in Deutschland werden in den nächsten Jahren weiter steigen. Bis Ende 2020 liegt die Zunahme im Mittel bei 22%. So lautet zumindest die Immowelt-Kaufpreis-Prognose. Insbesondere in München müssen sich Käufer auf neue Rekordhöhen einstellen: Wohnungen verteuern sich dort sogar um 28%. Der Quadratmeterpreis liegt dann voraussichtlich über der 8.000-Euro-Marke bei 8.390 Euro. Bereits Ende dieses Jahres sollte er bei 7.140 Euro liegen.

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Vervielfachung seit 2010

Aktuell zahlen Wohnungskäufer in München im Median 6.540 Euro pro m2. Noch deutlicher wird der Unterschied zu 2010: Damals kosteten Wohnungen 2.970 Euro pro m2 und damit einen Bruchteil der Preise mit denen 2020 zu rechnen ist. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Immowelt-Kaufpreis-Prognose.

Angebot wird Ansturm nicht gerecht

Doch auch in anderen deutschen Großstädten prognostiziert Immowelt in den nächsten zwei Jahren steigende Preise. „Das liegt vor allem daran, dass der Zuzug in die Ballungsräume weiter zunimmt und sich somit die Nachfrage nach Wohnraum stetig erhöht“, erklärt Ulrich Gros, CFO der Immowelt AG. Das Angebot an Immobilien werde diesem großen Ansturm nicht gerecht. „Hinzu kommt, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass die derzeitige Niedrigzinsphase auf einen Schlag beendet sein wird. Die Europäische Zentralbank wird den Leitzins nur in kleinen Schritten anheben“, so Gros.

Boomende B-Städte

Beste Beispiel für den Preisaufschwung in B-Städten hält sind Immowelt zufolge Hannover und Nürnberg. Beide verzeichneten in den vergangenen Jahren ein Bevölkerungswachstum, das auch in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich nicht abreißen werde. Dadurch dürften sich die Kaufpreise in Hannover bis 2020 um 25%, in Nürnberg sogar um 26%. Das sind die höchsten Steigerungen nach München. Für Nürnberg prognostiziert Immowelt in zwei Jahren Preise von 3.400 Euro pro m2, aktuell liegt der Wert noch bei 2.700 Euro. In Hannover ist das Niveau generell etwas niedriger: Zurzeit zahlen Käufer 2.170 Euro pro m2, 2020 dürften 2.720 Euro realistisch sein.

Berlin nimmt 4.000-Euro-Marke ins Visier

Auch in Berlin, Stuttgart (je +24%) und Hamburg (+23%) müssen Käufer laut der Prognose in zwei Jahren deutlich mehr Geld investieren. In Berlin steigen knacken demnach die Preise bis 2020 die 4.000-Euro-Marke. Aktuell sind es noch durchschnittliche 3.460 Euro. Die Strahlkraft der Hauptstadt hat bereits in den vergangenen Jahren einen Immobilienboom ausgelöst. 2010 kostete der Quadratmeter Wohneigentum 2010 noch 1.570 Euro.

Ruhrgebiet zieht nicht mit

Im Ruhrgebiet gibt es hingegen noch vergleichsweise günstige Preise. Und daran wird sich Immowelt zufolge so schnell nichts ändern. Sowohl in Essen als auch in Dortmund werden sich demnach die Preise für Wohneigentum nur unwesentlich verteuern. Aktuell kosten Eigentumswohnungen in Dortmund 1.340 Euro pro m2 und in Essen 1.370 Euro m2. Dennoch seien bis Anfang 2020 lediglich Steigerungen von gerade einmal 80 beziehungsweise 90 Euro zu erwarten.

Was passiert bei steigenden Zinsen?

Alle bisher Ergebnisse der Immowelt-Kaufpreis-Prognose beruhen darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bis 2020 den Leitzins bei 0% belässt und das aktuelle Zinsniveau für Wohnbaukredite bei durchschnittlich 1,68% bleibt. Sollte die EZB allerdings den Leitzins anheben, hat das Auswirkungen auf die Preisentwicklung. Eine Anhebung auf 0,5% hätte zur Folge, dass Käufer einen Wohnbaukredit für 5 bis 10 Jahre zu einem Zinssatz von rund 2% finanzieren.

Verlangsamung aber kein Ende

Tritt ein solches Szenario bis 2020 ein, würde die Preissteigerung keineswegs gestoppt. Allenfalls würde sie sich verlangsamen. In München würde das etwa laut Immowelt dazu führen, dass Wohneigentum statt um 28% um 22% teurer wird. Eine ähnliche Entwicklung prognostiziert die Studie in allen anderen untersuchten Städten. In Berlin würde die Steigerung beispielsweise bei 18 statt 24% liegen, in Nürnberg bei 20 statt 26% und in Stuttgart bei 18 statt 24%. In Essen und Dortmund hätten höhere Zinsen hingegen nahezu keinen Einfluss auf die Preise. (mh)





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