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Prognose für 2018: Steigende Preise in allen Immobilienklassen
07. Februar 2018

Prognose für 2018: Steigende Preise in allen Immobilienklassen

DAVE, der Zusammenschluss von elf deutschlandweit aktiven Immobilienberatungsunternehmen, hat seinen Ausblick für das Immobilienjahr 2018 veröffentlicht. Der Markt dürfte demnach anhaltend dynamisch bleiben. Die Experten erwarten steigende Preise in allen Immobilienklassen.


DAVE, der Zusammenschluss von elf deutschlandweit aktiven Immobilienberatungsunternehmen, erwartet für das Jahr 2018 weiter steigende Preise aufgrund eines hohen Nachfrageüberhangs in allen Immobilienklassen. Matthias Wirtz, DAVE-Partner, KSK-Immobilien Köln: „Dazu trägt nicht zuletzt die geringe Neubautätigkeit bei einem gleichzeitig sehr knappen Flächenangebot bei. Vor diesem Hintergrund ist für Investoren nach wie vor die Wertstabilität von Immobilien und die mögliche Realisierung von Gewinnen durch aktives Asset Management das dominierende Anlagemotiv.“

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Mangelnde Alternativen

Demografisch sich positiv entwickelnde Standorte bleiben auch dieses Jahr im Anlegerfokus. Value Add und opportunistische Produkte, also Immobilien mit Wertsteigerungspotenzialen, sind nach wie vor stark gesucht. „2018 wird die Dynamik auf dem Markt anhalten, da das niedrige Zinsumfeld wahrscheinlich bestehen bleibt und Immobilien aufgrund mangelnder Kapitalanlagealternativen für Anleger immer noch renditestarke Investitionen darstellen“, so Peter Schürrer, DAVE-Geschäftsführer, Schürrer & Fleischer Stuttgart. „Auch wenn sich die Renditekompression bei allen Immobilienklassen fortsetzen wird. Eine erhöhte Nachfrage ausländischen Kapitals wird auch dieses Jahr erwartet.“

Verändertes Anlageverhalten

Nicht nur aufgrund des Produktmangels ist nach Angaben von DAVE bei Investoren ein verändertes Anlageverhalten entstanden. „Obwohl Büroimmobilien die gefragteste Anlageklassen bleiben, setzt sich der Trend fort, bei dem eine Vermischung der Assetklassen zu verzeichnen ist. Damit geht ein hoher Anspruch an die Flexibilität des Investments einher“, meint Jens Lütjen, DAVE-Partner, Robert C. Spies Hamburg und Bremen. Im Ergebnis sehe man eine steigende Produktvielfalt. „Kreativität bei der Stadtentwicklung und zunehmender Verdichtung bleiben deswegen für Architekten und Projektentwickler als auch beratende Immobilienunternehmen das Maß der Dinge. Immobilienklassen zueinander zu führen, architektonisch hervorragend einzukleiden und Erlebniswelten zu schaffen sind die aktuellen Benchmarks“, so Lütjen.

Kommunen gefragt

Um Immobilienstandorte weiterhin attraktiv zu gestalten sind laut DAVE auch die Kommunen gefragt. Hauptaufgabe und Risiko sehen wir vor allem im Bereich Infrastruktur. Marode Brücken, Autobahnen und Straßen können Standorte negativ beeinträchtigen“, sagt zum Beispiel Axel Quester, DAVE-Partner, Armin Quester Immobilien Duisburg. Hilfreich wären zudem beschleunigte Genehmigungsprozesse.

Interessante Immobilienanlagen

„Deutschland bietet auch 2018 wieder interessante Immobilienanlagen durch die hohe regionale Vielfalt und eine zunehmende Produktbreite. Zudem eignen sich Immobilien dazu ´unternehmerisch´ zu investieren, sprich das Wertsteigerungspotenzial durch beispielsweise die Durchführung von Revitalisierungen oder marktgerechte Umwidmungen zu realisieren“, ist derweil Keussen, DAVE-Partner, Rohrer Immobilien München, überzeugt.

Wohnimmobilien

Auch im Jahr 2018 wird ein hoher Nachfrageüberhang bei Wohnimmobilien zu verzeichnen sein. Gerade Objekte mit einem Volumen zwischen 10 und 100 Mio. Euro in demografisch wachsenden Standorten sind bei in- und ausländischen Investoren sowie Family Offices stark gefragt. Die Nachfrage weitet sich zunehmend auf gut angebundene B- und C- sowie auf das Umland von A-Standorten aus. Die Mieten befinden sich auf einem hohen Niveau und steigen vereinzelt.

Büroimmobilien

Aufgrund der hohen Nachfrage bei einem überschaubaren Neubauangebot lässt die Leerstandsquote in A- und B-Standorten auf ein teilweise ungesundes Maß sinken. Dementsprechend sind steigende Mieten zu erwarten, und die Bereitschaft und der Mut für spekulative Neubauten an A- und B-Standorten nimmt spürbar zu. Für 2018 ist mit weiter leicht fallenden Renditen zu rechnen. Die Kaufpreisfaktoren werden nicht mehr so stark steigen wie im Vorjahr, sie haben sich auf einem hohen Niveau eingependelt.

Einzelhandelsimmobilien

Seitens der Mieter von Einzelhandelsimmobilien ist eine erhöhte Verhandlungsbereitschaft und Flexibilität zu registrieren, gerade auch im Hinblick auf die Drittverwendungsfähigkeiten. Auch 3– bis 5-Jahresverträge werden in den Top-Lagen opportuner. Dies gilt nicht für den Lebensmitteleinzelhandel oder Fachmärkte. Die Konkurrenz durch den Online-Handel führt weiterhin zu einer steigenden Kreativität bei den Konzepten des stationären Handels. Hier sind zunehmend Erlebniswelten und Cross-Channel-Strukturen in den Citybereichen gefragt. (mh)





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