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Preisschere in deutschen Städten geht immer weiter auseinander
26. Juni 2018

Preisschere in deutschen Städten geht immer weiter auseinander

Die Immobilienpreise in den wichtigsten deutschen Zentren sind innerhalb von drei Jahren um mehr als 30% gestiegen. Zugleich gibt es enorme und deutlich zunehmende Preisunterschiede in einzelnen Stadtteilen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Maklerunternehmens Homeday.


Die Preise für Wohneigentum in den sieben wichtigsten deutschen Immobilienmärkten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – haben allein in den letzten drei Jahren um mehr als 30% zugelegt. Zwischen 3.250 Euro je m2 in Düsseldorf und 6.850 Euro in München müssen derzeit üblicherweise für den Kauf einer Eigentumswohnung eingeplant werden. Innerhalb der Metropolen bestehen je nach Standort der Immobilie allerdings oft enorme Preisunterschiede. Dies zeigen aktuelle Berechnungen des Maklerunternehmens Homeday. Demnach beträgt die Preisspanne zwischen sehr günstigen und sehr teuren Stadtteilen in den A-Städten durchschnittlich 75%.

Die Schere öffnet sich

„Die Schere zwischen teuren und günstigen Lagen öffnet sich in den Metropolstädten immer weiter”, macht Steffen Wicker, Gründer und Geschäftsführer von Homeday, deutlich. „Während Wohnungen in angesagten Trendvierteln für das Gros der Käufer nicht mehr finanzierbar sind, gibt es in der Nachbarschaft oft deutlich preiswertere Alternativen. Bezahlbarer Wohnraum ist trotz des anhaltenden Immobilienbooms also vielerorts noch vorhanden.”

Homeday verweist unter anderem auf Hamburg. Der Analyse zufolge liegt dort das allgemeine Preisniveau in mehr als 25 Stadtteilen bei unter 3.000 Euro pro m2. In den 20 teuersten Wohngegenden werden hingegen Quadratmeterpreise von mehr als 5.000 Euro fällig. Auch in Frankfurt am Main müssen Käufer in hochpreisigen Lagen häufig doppelt so viel bezahlen wie in sehr günstigen Wohngebieten.

„Sonderfall” München

Der Immobilienmarkt in München fällt gleich mehrfach aus der Reihe. Bereits die „Einstiegspreise” in den günstigsten Ecken der bayerischen Landeshauptstadt haben mit rund 6.000 Euro pro m2 ein Niveau erreicht, das sonst nur in den teuersten Vierteln deutscher Großstädte zu finden ist. In einigen Bezirken müssen Käufer in München in der Regel sogar zwischen 9.400 Euro und 11.500 Euro rechnen. Kaufpreise jenseits der 700.000-Euro-Marke für 75m2 sind daher an der Tagesordnung.

Randlagen ziehen an

„Im Hinblick auf die ausufernden Kosten in den hochpreisigen Lagen gewinnen bezahlbare Alternativen in der Umgebung zunehmend an Attraktivität bei Immobilienkäufern”, erklärt Wicker. „Die Folge ist allerdings auch hier ein zusätzlicher Preisanstieg in den begehrten Regionen. Entsprechende Entwicklungen lassen sich bereits heute in zahlreichen städtischen Randlagen nachweisen. Das Beispiel München, wo es de facto keinen preislichen Spielraum mehr nach unten gibt, zeigt sehr eindringlich, in welche Richtung es auch in den anderen Metropolstädten gehen kann”, so Wicker. (mh)





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