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Nordrhein-Westfalen baut jährlich 25.000 Wohnungen zu wenig
01. Dezember 2017

Nordrhein-Westfalen baut jährlich 25.000 Wohnungen zu wenig

In Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr 25.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Das zeigt eine aktuelle Studie der LBS. Hochhäuser werden dabei zunehmend unbeliebt. Eigenheime werden hingegen immer beliebter.


In Nordrhein-Westfalenwerden Jahr für Jahr 25.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Zwar erholt sich seit Beginn der Finanzkrise der Bau von Etagenwohnungen langsam. Am Tiefpunkt 2009 waren es gerade einmal 15.000, bis Ende 2017 werden es 33.000 sein, was allerdings bei Weitem nicht ausreicht. Zu diesem Ergebnis kommt die LBS in einer aktuellen Studie.

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Unbeliebte Hochhäuser

Die Bürger aus Nordrhein-Westfalen wurden zudem repräsentativ befragt, wie sie morgen wohnen wollen. Eines der Ergebnisse lautet: auf keinen Fall in Hochhäusern. Die Kommunen unternehmen laut LBS derzeit große Anstrengungen, um Grundstücke zu aktivieren und Genehmigungen zu beschleunigen. Die große Gefahr liege allerdings in der Wiederholung von Bausünden der 60er und 70er Jahre. Hochverdichtete Vorstädte nach diesem Muster würden auf massive Akzeptanzprobleme treffen. Gesucht sind vor allem 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen in Gebäuden mit maximal zwölf Einheiten. Mieter wünschen sich sogar maximal sechs Parteien im Haus.

Eigenheime werden beliebter

Auch Eigenheime erfreuen sich großer Beliebtheit. Immerhin ein Viertel der Mieter wollen als Nächstes ein Ein-/Zweifamilien- oder Reihenhaus mieten. Von den Eigentümern wollen sogar drei Viertel in ein Eigenheim ziehen. Der Beitrag des Eigenheimbaus zur Wohnraumversorgung dürfe somit auf keinen Fall unterschätzt werden.

Kein Run auf Innenstädte

Nicht bestätigt wurde von den Befragten der vermeintliche Run auf die Innenstädte. Vor zehn Jahren wollte jeder Zweite bei seinem nächsten Umzug in die City ziehen, aktuell sind es gerade noch 19%. Hohe Preise und mangelndes Angebot dürften hier eine Ursache sein. Für das ländliche Wohnen gibt es mit 16% eine ähnlich hohe Nachfrage, die sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert hat. Am meisten Zuspruch findet mit 40% die ruhige Stadtteillage. Die ehemals unbeliebten Stadtteilzentren arbeiteten sich vom Schlusslicht (2008: 6%) auf Platz 2 der Wunschziele vor.

Erhöhte Mobilitätsbereitschaft

Insgesamt hat die Mobilität der NRW-Bürger deutlich zugenommen. Jeder zweite Haushalt plant in den nächsten Jahren einen Umzug oder schließt diesen zumindest nicht aus. Das sind doppelt so viele wie noch vor 10 Jahren. Der Wohnort muss dabei keineswegs nahe an der Arbeitsstelle liegen – im Gegenteil: Im Schnitt würden die Bürger pro Weg durchschnittlich 32 Kilometer pendeln, noch einmal 2 Kilometer mehr als vor fünf Jahren. Soziale Bindung beim Wohnen zählt offensichtlich deutlich mehr als kurze Wege zum Job. „Sicherheit“, „Ruhe“ und „Gute Nachbarschaft“ sind denn auch seit vielen Jahren die wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Wohnumfeldes. Und: Das schnelle Internet ist den Menschen inzwischen genau so wichtig wie Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe. (sw)





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