Neue Studie zweifelt Einfluss von Wohnungsbau auf Mietpreise an | ImmoCompact - Nachrichten
AssCompact - Facebook AssCompact - Twitter AssCompact - Xing

Neue Studie zweifelt Einfluss von Wohnungsbau auf Mietpreise an
20. April 2018

Neue Studie zweifelt Einfluss von Wohnungsbau auf Mietpreise an

Die Mieten in Deutschland würden auch bei mehr Baugenehmigungen steigen. Diese These stellt eine aktuelle Studie von Empira Research auf. Der Einfluss einer erhöhten Bautätigkeit von Wohnungen und Häusern auf die Mieten wird demnach falsch eingeschätzt.


Empira hat für 80 deutsche Städten die Wirkung von elf verschiedenen Einflussfaktoren auf die Mietpreisentwicklung im Wohnsegment analysiert. Größten Einfluss auf die Mietpreisentwicklung hat demnach die Situation auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt. Auch der Umfang der Fertigstellungen neuer Wohnflächen und Wohneinheiten sowie die Baugenehmigungen hängen positiv mit steigenden Mietpreisen zusammen. Die Studie umfasst einen Zeitraum von zehn Jahren.

Arbeitsmarkt treibt Mietpreise

Städte wie Berlin, Leipzig oder Erlangen, deren Arbeitsmarktsituation in den vergangenen Jahren eine besonders große Dynamik entfaltet hatte, weisen der Studie zufolge auch deutlich überdurchschnittliche Mietpreisanstiege auf. Weniger relevante ist hingegen unter anderem die Entwicklung der Bruttolöhne. „Gerade Standorte mit positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt verzeichnen nach kurzer Zeit steigende Mietpreise“, kommentiert Professor Dr. Steffen Metzner, Head of Research der Empira AG, die Ergebnisse.

Widerspruch zu landläufigen Annahmen

Die im Zuge der Diskussion um bezahlbare Mieten häufige Forderung nach dem Bau von mehr Häusern und Wohnungen, erhält hingegen einen Dämpfer. Steigt die Bautätigkeit, so führt mehr Wohnraum der Studie zufolge nicht unbedingt zu sinkenden Mieten. „Korrelation bedeutet nicht zwangsläufig Kausalität, dennoch sind die Ergebnisse höchst interessant“, meint hierzu Lahcen Knapp, CEO der Empira AG. „Gerade die positive, wenn auch geringe Korrelation zwischen lokaler Bautätigkeit – Baugenehmigungen wie Fertigstellungen – und Mietpreisen widerspricht landläufig verbreiteten Annahmen.“ (mh)



Kommentare

von Frank Schoierer am 24.04.2018 um 10:31 Uhr
Ich würde auch sagen, das mehr Wohnungen nicht sofort Einfluss auf die Mietpreise haben. Denn konnte man vor ein paar Jahren noch für 1500 €/m² Wohnungen bauen, baut man heute für 2200 €/m² die Wohnungen. Die Gründe sind vielfältig. Vor allem immer neue Bauvorschriften verteuern das Bauen. Die Grundwerbsteuer wurde auch fast überall angehoben. Damit es sich rechnet, muss die Miete ganz einfach höher sein. Das in den Ballungsgebieten ein Überangebot an Wohnräumen entsteht, ist nicht zu erwarten. Das hätte natürlich Einfluss auf die Preise. Die würden dann zwangsläufig sinken. Auf sozialen (subventionierten) Wohnungsbau verzichtet man in der BRD konsequent seit den 80ziger Jahren. Auch damit ließen sich positive Effekte erzielen, was Mietpreise angeht. Aber es wird auf künstliche Verknappung von Wohnraum gesetzt. Die hohen Immobilienpreise haben nicht nur etwas mit Baukosten zu tun. Die Nullzinspolitik und die Geldschwemme der EZB führen natürlich ebenfalls zu steigenden Preisen. Vertriebe und Bauträger wollen ebenfalls kräftig mitverdienen. Das niedrige Zinsniveau und Subventionen werden in die Verkaufspreise gleich eingepreist. Auf Kosten der Erwerber solcher Immobilien. Und die denken ja oft sie kaufen eine hochwertige Immobilie und es gibt dazu gar keine Alternativen. Nun bleibt zu hoffen, dass die nächste Immobilienkrise die Blase zum platzen bringt. Dann wird zumindest ein bißchen Linderung eintreten. In den Banken freut man sich jetzt schon auf die Masse an Zwangsversteigerungen, weil die Objekte viel zu hoch bewertet wurden und bei steigenden Zinsen die Immobilienpreise fallen werden.



ImmoCompact Abonnement

Sie wollen den ImmoCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des ImmoCompact Newsletters und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Mietpreisbremse ist ein Musterwerk der Symbolpolitik. Trotz aller Warnungen aus der Branche wollte die Bundesregierung sie unbedingt durchsetzen. Kurz vor der Wahl kommt die Einsicht von oberster Stelle. Hoffentlich war dies nicht die letzte Einsicht – denn die Wohnungs- und Immobilienpolitik der vergangenen Jahre ist ein einziges Debakel.