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Mietpreisanstieg in Deutschland verlangsamt sich auf breiter Front
14. November 2017

Mietpreisanstieg in Deutschland verlangsamt sich auf breiter Front

Die Mieten in Deutschland steigen nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung des Immobilienverbands IVD. Das gilt nicht nur für einzelne, sondern für alle Segmente. In manchen Metropolen könne sogar bereits von einer Stagnation der Mieten gesprochen werden.


Das Mietpreiswachstum in Deutschland verlangsamt sich. Die Neuvertragsmieten für Wohnungen sind in allen Wohnwertklassen sowie in fast allen Städtegrößen langsamer gestiegen als 2016. Das ist das zentrale Ergebnis des IVD-Wohnpreisspiegels 2016/2017. Selbst in Metropolen wie Frankfurt am Main, Stuttgart oder Düsseldorf stagnieren die Mieten demnach mittlerweile. Im Deutschland-Durchschnitt zahlen Mieter für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet wurde, eine Nettokaltmiete von 6,28 Euro pro m2. Das entspricht einem Anstieg von nur 2,4%. 2015/2016 lag das Plus noch bei 3,4%.

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Neubau zeigt Wirkung

Darüber hinaus verzeichneten auch die Mieten von Neubauwohnungen nur einen moderaten Anstieg. „Der in Deutschland zu verzeichnende Neubau zeigt Wirkung. Mehr Wohnungen entlasten die Märkte und sind der beste Schutz vor starken Mietanstiegen“, kommentiert Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, die Zahlen. Der Mietanstieg ebbt in fast allen Städteklassen auf breiter Front ab. So fällt in den Metropolen das Plus bei Wohnungen mit mittlerem Wohnwert mit 2,9% deutlich weniger kräftig aus als noch 2016. Dabei hatte es bereits im Vorjahr einen leichten Rückgang des Mietpreiswachstums gegeben. In Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf blieben die Mieten zum Vorjahr sogar konstant. In Düsseldorf stagnierten sie damit sogar zum zweiten Mal in Folge.

Fast überall nur moderate Anstiege

Die Mieten in Hamburg verlangsamten sich ebenfalls und stiegen um 2,1% (2016: 3,8%). Auch in München verlangsamte sich das Mietpreiswachstum auf 1,6% (2016: 2,4%). In Berlin seien hingegen weiterhin Nachholeffekte zu beobachten. In der Hauptstadt stiegen die Mieten um 6,1%. Sehr deutlich haben sich Mieten in Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern verlangsamt. Das Plus sank hier von 4,4 auf 2,3%. In Kleinstädten mit weniger als 30.000 Einwohnern stagnierten die Mieten 2017 nahezu. Lediglich um 0,8% legten die Mietpreise dort zu. „Nachdem in dieser Städteklasse in den Vorjahren noch ein deutlicher Nachholeffekt zu verzeichnen war, ist dieser Trend offenbar erst einmal gestoppt“, meint Schick.

Regulierung verpufft

Trotz des Mietwachstums liegt Berlin mit einer Durchschnittsmiete von 8,75 Euro pro m2 immer noch deutlich unter den Werten von Hamburg (9,80 Euro), Frankfurt (10,00 Euro) und München (13,10 Euro). Während in vielen anderen EU-Ländern die Hauptstädte häufig die teuersten Städte sind, bleibt Berlin damit die preisgünstigste der Top-7-Städte. Bemerkenswert sei zudem, dass die in Berlin eine strenge Regulierungspolitik auf dem Mietmarkt durchgesetzt wird und die Mieten dort dennoch so stark steigen wie in keiner anderen der Top-7-Städte.

Anstiege teilweise niedriger als die Inflation

„Betrachtet man das Mietniveau in den zehn größten Städten inflationsbereinigt, so zeigt sich, dass es keine empirischen Belege für explodierende Mieten gibt“, gibt Schick zusätzlich zu Bedenken. So seien die Mieten im Durchschnitt der zehn größten deutschen Städte seit 1996 kaum über die Inflation dieses Zeitraums hinaus angestiegen. Im Zeitraum von 1996 bis 2015 habe sich das Mietpreiswachstum in den zehn größten Städten Deutschlands sogar unterhalb der Inflation befunden. Im bundesdeutschen Durchschnitt liegt das indexierte Mietpreiswachstum dem IVD zufolge nach wie vor um 13 Punkte unterhalb der Inflation des Zeitraums 1996–2017. (mh)





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