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Jeder vierte Immobilien-Projektentwickler will künftig Crowdfunding nutzen
16. Mai 2018

Jeder vierte Immobilien-Projektentwickler will künftig Crowdfunding nutzen

Crowdfunding etabliert sich zunehmend als wettbewerbsfähige Finanzierungsalternative bei Immobilienprojekten. Das geht aus einer aktuellen Studie von EY Real Estate hervor. Demnach ist zudem mit dem Markteintritt internationaler Player und einer Konsolidierung der Plattformen zu rechnen.


Crowdfunding ist endgültig auch bei Immobilieninvestments angekommen: Typische Beteiligungen sind bereits nach ein bis zwei Monaten schwarmfinanziert. Tendenziell steht beim Crowdfunding die Neuentwicklung von Immobilienprojekten im Vordergrund und weniger der reine Ankauf von Bestandsgebäuden. Als Asset-Klassen sind vor allem Wohn- und Büroimmobilien geeignet. Das sind Ergebnisse der Immobilien-Crowdfunding-Studie von EY Real Estate, die die Erfahrungen und Ansichten von Investoren, Projektentwicklern und Crowdfunding-Plattformen abgefragt hat.

Erstaunlich schnell etabliert

„Das Instrument hat sich in Deutschland erstaunlich schnell etabliert“, sagt Paul von Drygalski, Executive Director bei EY Real Estate und für die Studie verantwortlich. „Neben Kleinanlegern, die im Rahmen der Studie nicht befragt wurden, suchen auch professionelle Investoren eine attraktive Rendite durch Crowdfunding.“ Und auch die Rahmenbedingungen scheinen zu stimmen: „Aus Sicht der meisten Investoren und Projektentwickler sind Aufwand und Konditionen für die Kapitalbeschaffung ähnlich gelagert wie bei einer konventionellen Finanzierung.“ Der Studie zufolge plant bereits jeder vierte befragte Investor und Projektentwickler ein Crowdfunding.

Nur ein Baustein des Eigenkapitals

Das Crowdkapital macht oft weniger als ein Viertel des gesamten Eigenkapitals aus, das die jeweiligen Immobilienunternehmen für ihr Vorhaben aufbieten müssen. Das bestätigen 79% der Investoren und sämtliche befragten Projektentwickler. So kommen abseits des Crowdfundings häufig noch Vermögensverwalter wohlhabender Familien als zusätzliche Anleger ins Spiel. „Institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen lassen derzeit noch Vorsicht dabei walten, über die Crowd zu investieren“, so Benedikt Huber, Manager bei EY Real Estate und Mitverantwortlicher der Studie. Nur 10% der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass Crowdkapital durch institutionelles Geld ergänzt werden kann.

Co-Investments der Plattformen

Das gesamte Projekteigenkapital, das durch den Immobilienprojektentwickler aufgebracht wird, sollte nach Ansicht der befragten Investoren tendenziell bei mehr als 15% des Gesamtprojektvolumens liegen. Die Mehrzahl der Projektentwickler und auch der Crowdfunding-Plattformen selbst gäbe sich der Umfrage zufolge mit 10% und weniger zufrieden. „Im Sinne des Anlegerschutzes sollte der Eigenkapitalanteil des Immobilienprojektentwicklers so hoch wie möglich sein“, sagt Paul von Drygalski.

Eigenbeteiligung gewünscht

Ebenfalls im Sinne der Anleger wäre es, wenn die Plattformen selbst mit ins Investment gingen – als Bekenntnis zu den Angeboten, die sie vermitteln, und als zusätzlicher Anreiz für die Investoren. Projektentwickler und Investoren befürworten eine derartige Idee (jeweils 72%), während von den Crowdfunding-Plattformen nur 26% zustimmen. „Dass die Plattformen die Idee eher ablehnen, ist verständlich“, so Benedikt Huber. „Bei der teils großen Zahl an Projekten kämen die Plattformen selbst ggf. in Finanzierungsnot.“

Selektive Angebote

Als erstes Kriterium für die Verlässlichkeit der Beteiligungsangebote fordern Investoren, Projektentwickler und Plattformen übereinstimmend, dass ein Kapitalmarktprospekt vorhanden sein muss. Investoren und vor allem die Plattformen betonen zudem, dass sich die Immobilien in einer der Top-7-Städte befinden sollten. Entsprechend selektiv scheinen die Plattformen bei der Auswahl: Neben der Lage und dem zugehörigen Rendite-Risiko-Profil wird vor allem auch der Projektentwickler als Anbieter der Beteiligung unter die Lupe genommen.

Konsolidierung der Anbieter erwartet

Am häufigsten werden Entwickler abgewiesen, die keine projektadäquate Bonität aufweisen, wobei nicht nur die Plattformen nach Anbietern suchen, sondern auch umgekehrt. „Beide Parteien gehen aufeinander zu“, so Paul von Drygalski. Allerdings müssen sich die Marktteilnehmer womöglich schon bald auf neue Player einstellen: Es könnten ausländische Wettbewerber für das Immobilien-Crowdfunding dazukommen. Wie groß der Zuwachs ausfällt, bleibt offen. „Viele hiesige Plattformen rechnen darüber hinaus mittelfristig mit einer Konsolidierung.“ (mh)





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