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Immobilienverwalter drängen immer stärker in die Immobilienvermittlung
09. Juli 2018

Immobilienverwalter drängen immer stärker in die Immobilienvermittlung

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) hat das 6. DDIV-Branchenbarometer veröffentlicht. Die Vergütung in Wohnungseigentumsverwaltung entwickelt sich demnach real rückläufig. Vermittlertätigkeiten nehmen hingegen zu – und werden ein immer wichtiger Bestandteil und Wachstumsmotor deutscher Immobilienverwaltungen.


Dem 6. DDIV-Branchenbarometer zufolge haben die Immobilienverwaltungen in Deutschland ihren Umsatz im Jahr 2017 im Schnitt um 4,4% gesteigert. Für das laufende Jahr rechnen sie mit einem Plus von 6,7%. Das Betriebsergebnis soll 2018 sogar um 7,1% steigen. Unternehmen mit mehr als 6.000 verwalteten Einheiten erwarten mit einem Plus von bis zu 10% sogar ein noch besseres Ergebniswachstum.

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Vermittlertätigkeit wird wesentlicher Schwerpunkt

Das Tätigkeitsspektrum der Immobilienverwaltungen in Deutschland befindet sich allerdings in einem massiven Wandel. Immer mehr Immobilienverwaltungen erschließen sich die Vermietung und den Verkauf von Wohnungen als zusätzliches Geschäftsfeld. Bereits 39% der befragten Unternehmen schätzen die Vermittlung mittlerweile als einen wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkt ein. Im Vorjahr war es nur gut jedes vierte Unternehmen.

Tendenz zur Vermittlung

Mit 12,4% wird für die Vermittlung 2018 ein mehr als doppelt so hohes Umsatzwachstum wie in der klassischen Miet- und WEG-Verwaltung erwartet (+ 5,2% bzw. + 5,7%). Unternehmen mit über 20.000 Einheiten sehen sogar Wachstumsraten von 40%. „Immobilienverwaltungen kennen ihre Objekte und Eigentümergemeinschaften durch die häufig langjährige Zusammenarbeit und können damit gut einschätzen, welcher Mieter in das Objekt passt. Zudem sind sie bewährter Ansprechpartner für den Eigentümer. Daher ist diese Entwicklung mit Einführung des Bestellerprinzips nur folgerichtig”, begründet DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler den Anstieg der Vermittlertätigkeit bei Immobilienverwaltungen.

WEG-Bestandsvergütung real gesunken

Deutlich schlechter fällt die Entwicklung der WEG-Bestandsvergütungen aus. Im vergangenen Jahr passten zwar 93% der Befragten ihre Vergütungssätze bei einer Vertragsverlängerung an, wovon 42% eine Erhöhung im laufenden Vertrag umsetzten. Der Regelsatz sank dennoch real um 0,3%. Dem absoluten Vergütungsanstieg für WEG-Bestandsobjekte um 1,5% stand schließlich eine Inflationsrate von 1,8% gegenüber. Seit 2010 hat sich die durchschnittliche WEG-Bestandsvergütung inflationsbereinigt um 5,8% erhöht. Das entspricht im Schnitt einem inflationsbereinigten Anstieg um 1,02 Euro.

Größenunterschiede

Interessant ist laut DDIV die annähernd identische Vergütungserhöhung bei den Kleinst- und den großen Verwaltungen (+3,8% zu +3,3%). Kleinverwaltungen mit 400 bis 999 Einheiten mussten hingegen Vergütungseinbußen um 1,7% hinnehmen. Mittelgroße Unternehmen mit 1.000 bis 2.999 Einheiten verzeichneten nur einen minimalen Anstieg um 0,4%.

Anteil der Kleinstverwaltungen rückläufig

Der Trend zur Größe setzt sich derweil unverändert fort. Seit 2014 ist die Zahl der Kleinstverwaltungen mit weniger als 400 verwalteten Einheiten um fast ein Drittel gesunken. Verwaltungen mit über 3.000 Einheiten hingegen haben ihren Anteil von 9,8 auf 18,3% hingegen nahezu verdoppelt. Der DDIV sieht darin eine Bestätigung für die zunehmende Professionalisierung. Diese führe dazu, dass sich kleinere Verwaltungen zusammenschließen oder von größeren Verwaltungen übernommen werden, um den wachsenden Anforderungen gerecht werden zu können. (mh)





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