Immobilienvermarktung: Energetische Sanierung so unwichtig wie nie | ImmoCompact - Nachrichten
AssCompact - Facebook AssCompact - Twitter AssCompact - Xing

Immobilienvermarktung: Energetische Sanierung so unwichtig wie nie
22. August 2017

Immobilienvermarktung: Energetische Sanierung so unwichtig wie nie

Deutsche Immobilienprofis stehen energetischen Sanierungen skeptisch gegenüber. Nur eine Minderheit glaubt, dass sich ein guter energetischer Zustand positiv auf den Verkaufspreis einer Immobilie auswirkt. Noch am ehesten empfehlen Makler eine Dachdämmung, neue Fenster und eine neue Heizung.


Energetische Sanierungen werden überschätzt. Diese Meinung findet unter deutschen Immobilienprofis immer mehr Zustimmung. Noch nie spielte der energetische Zustand einer Immobilie für die Vermarktung eine geringere Rolle als heute. Das zeigt der Marktmonitor Immobilien 2017 (MMI) von Immowelt. Nur noch 43% der befragten Immobilienprofis erzielen für energetisch sanierte Objekte einen höheren Kaufpreis als für unsanierte. Im Vorjahr waren es zumindest noch 46%. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 60%.

Anzeige
Makler raten vermehrt ab

Gänzlich unbedeutend sind Sanierungen zwar noch nicht: Die befragten Makler schätzen den Kaufpreisabschlag aufgrund von Sanierungsrückständen aktuell auf durchschnittlich 19,6%. Allerdings ist fraglich, ob das teure Sanierungsmaßnahmen rechtfertigt. Immer mehr Makler raten daher Kunden von einer Sanierung vor dem Verkauf der Immobilie ab. Waren es bei der ersten Erhebung 2010 lediglich 12%, ist es mittlerweile fast ein Drittel.

Einbruch bei Vollwärmedämmungen

Wenn Sanierungen empfohlen werden, dann die Dachdämmung (57%), der Einbau einer Brennwertheizung (40%) oder von Wärmeschutzfenstern (39%). Eine Vollwärmedämmung der Fassade wird hingegen nur noch von 18% der Makler empfohlen. Vor einigen Jahren rieten noch zwei von drei Immobilienmaklern zu einer solchen Maßnahmen.

Die Hintergründe

Der Trend hängt laut Immowelt.de unter anderem mit der hohen Nachfrage nach Kaufimmobilien und dem geringen Angebot in vielen Städten und Regionen zusammen. Wenn Bestandsimmobilien auf den Markt kommen, seien es Immobilien aus der Nachkriegszeit in guter Lage aber mit einfachen energetischen und technischen Standards. Angesichts der hohen Nachfrage nach Kaufimmobilien und dem knappen Angebot in diesen Lagen würden Käufer die Abstriche bei der Energieeffizienz hinnehmen.

Auch Mietimmobilien unwichtiger

Die Skepsis wächst auch bei Mietimmobilien. Hier teilen 44% der Befragten die Meinung, dass der energetische Zustand kaum oder keine Auswirkungen auf die Vermarktung hat, in Großstädten sogar mehr als die Hälfte. Nur jeder Vierte berichtet, dass sich für eine energetisch sanierte Mietimmobilie ein höherer Mietpreis erzielen lässt. 2010 war es noch fast jeder Zweite. Auch hier habe somit die zunehmende Wohnungsknappheit dazu geführt, dass sich selbst energetisch nicht optimale Immobilien leicht vermarkten lassen. (mh)





Empfohlener Artikel

Die Mietpreisbremse ist ein Musterwerk der Symbolpolitik. Trotz aller Warnungen aus der Branche wollte die Bundesregierung sie unbedingt durchsetzen. Kurz vor der Wahl kommt die Einsicht von oberster Stelle. Hoffentlich war dies nicht die letzte Einsicht – denn die Wohnungs- und Immobilienpolitik der vergangenen Jahre ist ein einziges Debakel.

ImmoCompact Abonnement

Sie wollen den ImmoCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des ImmoCompact Newsletters und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier