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Immobilienprofis erwarten Zinserhöhung
15. November 2018

Immobilienprofis erwarten Zinserhöhung

Der aktuelle Marktmonitor Immobilien (MMI) von immowelt.de hat sich unter anderem mit der weiteren Entwicklung der Zinsen auseinandergesetzt. Demnach erwartet die überwiegende Mehrheit der Immobilienprofis, dass die Zinsen steigen werden. In Panik gerät die Branche deshalb allerdings nicht.


Von 2019 an will die Europäische Zentralbank (EZB) keine Anleihen mehr aufkaufen. Eine Richtungsänderung der Zinspolitik ist somit eingeleitet. 80% der Immobilienprofis erwarten für das kommende Jahr eine Erhöhung des Leitzinses. Das zeigt der Marktmonitor Immobilien (MMI) 2018, eine Studie von immowelt.de, die in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm durchgeführt wurde.

Starke Erhöhung sehr unwahrscheinlich

50% der befragten professionellen Immobilienvermittler gehen von einer leichten Erhöhung des Leitzinses von derzeit 0% auf bis zu 0,25% aus. Jeder Vierte erwartet eine Erhöhung auf 0,25 bis 0,5%. Mit einer starken bis sehr starken Erhöhung rechnen nur 4% der Befragten. Trotz der Ankündigung der EZB, das billionenschwere Ankaufprogramm zu beenden, gehen immerhin 20% der Immobilienprofis davon aus, dass es auch im kommenden Jahr keine Leitzinserhöhungen geben wird.

Profis bleiben noch entspannt

Der MMI hat sich darüber hinaus damit beschäftigt, welche Folgen steigende Zinsen für die Immobilienbranche hätten? Generell erwarten die befragten Makler, Bauträger und Immobilienspezialisten zunächst nur geringe Auswirkungen. Bei der Preisentwicklung geht zwei Drittel von einem zunächst unveränderten Niveau aus. Die Immobilienprofis rechnen also nicht damit, dass durch moderat steigende Kreditkosten automatisch die Immobilienpreise sinken werden. Auch bei der Nachfrage (65%) und der Angebotsmenge (72%) vermuten die meisten Profis laut keine Veränderungen. Die größten Auswirkungen werden bei der Vermarktungsdauer gesehen. Hier geht knapp jeder Dritte von längeren Zeiten aus. Jeder Fünfte prognostiziert für die Zukunft zudem sinkende Abschlusszahlen.

Run der privaten Käufer

Die stärksten Reaktionen auf dem Markt erwartet die Mehrheit der Befragten (53%) von den Eigenheimkäufern – im Gegensatz zu den privaten Kapitalanlegern (24%) und gewerblichen Kapitalanlegern (16%). Demnach wird davon ausgegangen, dass Eigenheim-Käufer bei spürbar steigenden Zinsen versuchen werden, noch schnell eine Immobilie zu kaufen. Nur 7% rechnen mit einem schnellen Rückgang der Nachfrage seitens dieser Käufergruppe.

Erst ab 3% droht Stillstand

Die Einschätzung der Immobilienprofis deckt sich auch mit der Immowelt-Preisprognose. Sie hat die Auswirkungen einer Leitzinserhöhung auf die Immobilienpreise prognostiziert. Demnach hätte eine Leitzins-Anhebung von derzeit 0 auf 0,5% zur Folge, dass Käufer einen Wohnbaukredit (für 5 bis 10 Jahre) zu einem Zinssatz von rund 2% finanzieren. Würde dieses Szenario bis 2020 eintreten, verlangsamt sich die Preissteigerung. Ein Stillstand würde laut der Immowelt-Prognose erst bei einem Zinssatz von rund 3% eintreten. Hierfür müsste die EZB aber deutlich an der Zinsschraube drehen. (mh)





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