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Immobilienpreise in Deutschland driften auseinander
28. März 2018

Immobilienpreise in Deutschland driften auseinander

Die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland haben in den vergangenen Jahren bereits deutlich angezogen. Ein Ende der Fahnenstange ist in der Mehrzahl der Kreise und Städte dennoch noch nicht erreicht. Teilweise drohen aber auch Wertverluste. Das zeigt der Wohnatlas 2018 der Postbank.


In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Haus- und Wohnungsbesitzer davon ausgehen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 an Wert zulegt. Ein Grund für die große Nachfrage am Wohnungsmarkt ist die steigende Einwohnerzahl in den Metropolen und Süddeutschland. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Das geht aus einer Studie zur zukünftigen Preisentwicklung im Postbank Wohnatlas 2018 hervor, die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) durchgeführt haben.

Verlangsamte Preisdynamik

Den stärksten Preisanstieg bis 2030 wird demnach Deutschlands ohnehin schon teuerste Stadt verzeichnen: Für München prognostizieren die Experten ein jährliches Plus von real 1,5%. Durchschnittlich 6.789 Euro pro m2 Wohnfläche müssen Immobilienkäufer in der bayerischen Landeshauptstadt investieren. Im vergangenen Jahr sind die Preise dort um 8,6% geklettert. Insgesamt erwarten die Experten aber eine Verlangsamung der Aufwärtsdynamik in den Metropolen. „Wertsteigerungen sind weiterhin drin, aber die Preisentwicklung flacht zunehmend ab“, sagt Eva Grunwald, Bereichsleiterin für das Immobiliengeschäft Privatkunden bei der Postbank.

Die Big Seven im Überblick

Auf den Plätzen zwei und drei im Metropolen-Ranking folgen Düsseldorf mit einer Steigerungsrate von 1,02% und Hamburg mit 0,96%. Berlin hatte im Vergleich 2016–2017 den stärksten Preisanstieg der sogenannten Big Seven – der sieben größten deutschen Metropolen – verzeichnet: In der deutschen Hauptstadt kletterten die Quadratmeterpreise um 11,4% auf 3.676 Euro. In der Zukunft dürfte das Plus aber vergleichsweise klein ausfallen: Bis 2030 liegt die jährliche Steigerungsrate laut der Prognose bei 0,53%. Das ist der langsamste Anstieg unter den „Big Seven“.

Süden dominiert

Die mit Abstand größten Preissteigerungen sind in Heilbronn in Baden-Württemberg zu erwarten. In der Stadt dürften sich Wohnimmobilien bis 2030 jährlich um 2,99% verteuern. Generell finden sich im Süden der Republik fast durchgehend gute Rahmenbedingungen: Unter den Top Ten der Regionen mit den besten Aussichten auf Wertsteigerungen sind gleich sieben bayerische Landkreise. Für Immobilienbesitzer und Kaufinteressierte sind das gute Perspektiven – bei allerdings vergleichsweise hohen Quadratmeterpreisen meist jenseits der 3.000 Euro. „Bei besonders hohen Preisen sollten Käufer ganz genau hinsehen. Es besteht das Risiko, dass erwartete Wertgewinne bereits spekulativ in die aktuellen Wohnungspreise eingeflossen sind“, sagt Grunwald.

Top Ten der Preisentwicklung in den Regionen 2017–2030
  1. Heilbronn (2,99% pro Jahr)
  2. Erding (2,24%)
  3. Cloppenburg (1,82%)
  4. Landsberg am Lech (1,81%)
  5. Landkreis München (1,81%)
  6. Landshut (1,72%)
  7. Potsdam (1,66%)
  8. Rosenheim (1,64%)
  9. Ebersberg (1,63%)
  10. Miesbach (1,61%)
Drohende Wertverluste in Ostdeutschland

Schwieriger ist die Lage dagegen in den östlichen Bundesländern. Angesichts der sinkenden Bevölkerungszahlen drohen dort Wertverluste. Der Postbank Wohnatlas zeigt einen negativen Preistrend in den meisten ostdeutschen Kreisen und Städten. Ausnahmen sind der Großraum Berlin sowie die Zentren Leipzig und Dresden. Auch in einigen Regionen im Ruhrgebiet und im Saarland drohen Wertverluste. (mh)





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