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Immobilienmaklern drohen neue drakonische Strafen
14. März 2018

Immobilienmaklern drohen neue drakonische Strafen

Am 25.05.2018 tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) europaweit in Kraft. Die neuen datenschutzrechtlichen Bestimmungen sind auch für Immobilienmakler, WEG- und Miethausverwalter bindend – und dürften so manchen von ihnen schocken, denn die drohenden Geldbußen bei Verstößen sind erschreckend hoch.


Von Wirtschaftsjurist und BVFI-Präsident Helge Norbert Ziegler

Durften sich kürzlich Immobilienmakler noch über Erleichterungen bei der Identifizierung ihrer Vertragspartner nach dem Geldwäschegesetz freuen, so wird sie die DSGVO schockieren. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen. Die neuen datenschutzrechtlichen Bestimmungen haben gravierenden Auswirkungen auf den beruflichen Alltag. Sie kann zu Recht als „Schlangengrube“ bezeichnet werden. Man kann nämlich nur alles falsch machen, wenn man die missachtet.

Auch große Organisationen betroffen

Es wird Makler wenig trösten, dass große Organisationen wie Banken, Versicherungen oder Ärztekammern sich schon seit Monaten, wenn nicht sogar schon seit Jahren, auf die Integrierung der neuen DSGVO und ihre Abläufe vorbereiten. Das verschlingt Millionen.

Nicht so umfangreich, aber bindend

Zum Glück sind die von Immobilienunternehmern zu verarbeitenden und damit auch gespeicherten Daten bei weitem nicht so umfangreich. Dies entbindet sie aber keineswegs von der Pflicht, die DSGVO zu kennen, ihre Formulare, ihre Webseite sowie ihre innere Organisation anzupassen. Nach der Umstellung auf eine gesetzeskonforme Erhebung und Speicherung der Daten sowie die Aktualisierung der Formulare und Webseiten wird in den Immobilienunternehmen der größte personelle wie auch finanzielle Aufwand in der Implementierung des Datenschutzes und die Anpassung der betrieblichen Abläufe bestehen.

Schutz vor Freizügigkeit

Obwohl oder gerade weil viele Bürger recht freizügig mit ihren persönlichen Daten umgehen, will der Gesetzgeber sie und ihre Daten besser schützen. Nur dem Bürger selbst soll es vorbehalten sein, darüber zu entscheiden, ob und welche seiner persönlichen Daten er freigibt.

Regelwerk von hunderten Seiten

Die Regierenden haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um dem Bürger den größtmöglichen Schutz zukommen zu lassen. Eindrucksvoll belegt dies der Umfang der Verordnung des Europäischen Parlaments. Sie allein umfasst 260 Seiten. Der GDD-Ratgeber zum Datenschutz im Unternehmen umfasst immerhin 229 Seiten, der über das Verhalten bei Datenpannen 88 Seiten und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) noch mal 38 Seiten. Insgesamt sind es gut und gerne mehr als 500 Seiten, die man zu studieren hat, will man einen Gesamtüberblick über die neuen gesetzlichen Bestimmungen erhalten.

Bis zu 300.000 Euro Strafe

Der Gesetzgeber verlangt, dass Geldbußen in jedem Einzelfall „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend“ sind. In der Tat ist es erschreckend, wie hoch die Geldbußen sein können. Nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) können Verstöße von 50.000 bis 300.000 Euro, nach der DSGVO sogar mit bis zu 20 Mio. Euro geahndet werden. Es ist daher dringend anzuraten, sich mit den ab 25.05.2018 gültigen Datenschutzbestimmungen zu beschäftigen.

Alles Wichtige im Überblick

In dem soeben erschienen Buch „Anforderungen an den Datenschutz in Immobilienunternehmen“ wird das Wesentliche des DSGVO aus Sicht des Immobilienunternehmers zusammengefasst. Der BVFI hat sich als Berufsverband finanziell an der Erstellung des Buches beteiligt, so dass es allen, ob Mitglied oder nicht, kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann. Es wird lediglich eine Versandkostenpauschale von 6,95 Euro erhoben. Das Buch kann hier bestellt werden: www.immobilienfachverlag.de.


<h5>Von BVFI-Präsident Helge Norbert Ziegler</h5>
Von BVFI-Präsident Helge Norbert Ziegler




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