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Immobilienmakler hätten Sachkundenachweis mit deutlicher Mehrheit befürwortet
29. Juni 2017

Immobilienmakler hätten Sachkundenachweis mit deutlicher Mehrheit befürwortet

Drei von vier deutschen Immobilienmaklern hätten laut einer aktuellen Umfrage die Einführung eines Sachkundenachweises begrüßt. Die nun beschlossene Fortbildungspflicht stößt dagegen auf wenig Gegenliebe. Mit dem nun beschlossenen Gesetzespaket sei eine attraktive Chance zur Stärkung des Branchenimages verpasst worden.


Der Sachkundenachweis für Immobilienmakler ist endgültig vom Tisch. Bei der überwiegenden Mehrheit der deutschen Immobilienmakler wäre er laut einer Umfrage von immowelt.de hingegen gut angekommen. Im Rahmen des Marktmonitors Immobilien 2017 des Onlineportals gaben knapp drei Viertel der Befragten an, dass sie einen Sachkundenachweis begrüßt hätten. Nur 14% bevorzugen hingegen die stattdessen beschlossene Weiterbildungspflicht. Weitere 13% hätten sich eine Beibehaltung der bisherigen Regelung gewünscht.

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Verpasste Chance

Schon vor einem Jahr sprachen sich 82% der Makler für den geplanten Sach- und Fachkundenachweis aus. Letztlich hat der Bundestag aber ein Gesetz verabschiedet, das lediglich eine Fortbildungspflicht im Umfang von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren vorsieht. 83% der aktuell befragten Makler sehen in der ursprünglichen Vorlage eine Möglichkeit, das Ansehen der Maklerschaft in der Bevölkerung zu verbessern. 81% hätten im Sachkundenachweis Vorteile für die Kunden gesehen, 79% die Chance zu einer Marktbereinigung.

Notwendigkeit überwiegend erkannt

Die Befragten sehen grundsätzlich die Notwendigkeit einer formalisierten Zulassungsvoraussetzung für ihren Beruf: Nur 37% sind der Ansicht, dass ein Makler vor allem durch Erfahrung und weniger durch eine Ausbildung lernt. Als Konsequenz sagen mehr als drei Viertel der Befragten, dass ein Sach- und Fachkundenachweis den Zugang für Quereinsteiger erschwert hätte. (mh)



Kommentare

von Franziska Link am 29.06.2017 um 16:58 Uhr
Den Befürwortern eines Sachkundenachweises kann man nur entgegenen dass ein solcher nur wenigen etwas bringt : Der Institution die eine Gebühr erhebt und den Anbietern von Vorbereitungskursen. Die Diskussion darüber ist eine scheinheilige Debatte und Inszenierung. Lediglich die Erhebung des Berufes des Immobilienmaklers zu einem Ausbildungsberuf ist die einzige Lösung Image und Qualität der Branche zu steigern.

von Roland F.W. Manke am 04.07.2017 um 10:24 Uhr
Dem Kommentar von Frau Link kann ich nur in Gänze zustimmen. Qui bono? … exakt den Verbänden und Institutionen die sich nun erdreisten wollen, mehr Fachwissen und Kompetenz zu bündeln als z.B. ein langjährig tätiger und ggf. gar spezialisierter „echter“ Fachmakler!

By the way, die o.g. Studie würde ich gerne einsehen resp. nachlesen; unter dem oben genannten Link ist nämlich nichts, absolut nichts und unter Immowelt gibt es hierzu auch nichts…???



von Frank Altenpohl am 05.07.2017 um 09:45 Uhr
Die vielen Befürworter sind doch diejenigen, die unter die "alte Hasen Regelung" gefallen wären und sich davon erhofften, etwas Konkurrenz vom Markt zu fegen.

Das Problem liegt doch aber auch darin, die Berufsqualifikationen europaweit zu homogenisieren. Hier in D wollen auch andere EU-Makler arbeiten und man versucht in der EU, dies zu ermöglichen. Jetzt stelle man sich den bürokratischen Aufwand vor, Makler aus EU-Ländern hier zu überprüfen oder diesen zuzumuten, eine Qualifikation in einer Fremdsprache zu erwerben. Wir alle wollen Deregulierung und nicht weitere Gängelung.

Gute Makler sind in einschlägigen Verbänden zu finden. Mögen die Verbraucher selbst differenzieren, in welchem Verband sie den richtigen wähnen.

Dazu kommt, dass Makler in erster Linie ihr Wissen um beabsichtigte Verkäufe vermitteln. Der erstnachweis ist provisionsauslösend. Und dazu braucht man kein Fachwissen. Der Vermittlungsmakler hingegen muss zumindest etwas von seiner Neutralitätspflicht wissen. Schreibt er Exposés, sollte er die Haftungsrisiken kennen. Eine Versicherungspflicht befürworte ich.

Und man könnte nebenher auch den Beruf des Maklers als Ausbildungsberuf generieren. Nur dies zur Voraussetzung der Ausübung dieser Tätigkeit zu machen, befürworte ich nicht. Weniger regeln und den sog. Verbraucher selbstverantwortlich handeln lassen. Weg von der Entmündigung, hin zur Verantwortung.




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