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Immobilieninvestoren 2016: Auf der Suche nach der richtigen Balance
19. August 2016

Immobilieninvestoren 2016: Auf der Suche nach der richtigen Balance

Immobilieninvestoren stehen derzeit vor allem vor einer wichtigen Herausforderung: die richtige Balance zwischen Vorsicht und Risikobereitschaft zu finden. Laut einer aktuellen Studie von Union Investment schlägt das Pendel dabei in Richtung vorsichtige Risikobereitschaft aus. Insgesamt ist demnach das Investitionsklima in Europa unter Druck


Die Spielräume für Immobilieninvestments in Europa verengen sich. Das Risiko einer Fehlallokation von Kapital nimmt im gleichen Maße zu wie frisches Geld ungebremst hineinströmt. Investieren wird damit zu einem Balanceakt, bei dem die Kapitalseite zu einem bestimmenden Faktor geworden ist. Durch aktiveres Liquiditätsmanagement und das ständige Austarieren zwischen Renditeverzicht und mehr Risikobereitschaft versuchen Immobilieninvestoren in Europa das Dilemma hoher verfügbarer Liquidität zu lösen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Immobilien-Investitionsklimastudie von Union Investment, für die 161 professionelle Immobilienanleger in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt wurden.

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Zurückhaltende Renditeerwartungen

52% der Befragten erwarten, dass sie in den kommenden drei Jahren ihre selbstgesteckten Renditeziele nicht erreichen werden. Und selbst auf Fünfjahressicht befürchtet jeder zweite Befragte, die erhoffte Verzinsung seiner Investments zu verfehlen. „Der große Anlagedruck auf den Immobilienmärkten befördert das Risiko der Fehlallokation von Kapital“, sagt Olaf Janßen, Leiter Immobilienresearch bei Union Investment. „Strategien werden also darauf auszurichten sein, die richtige Balance zu finden zwischen der in der Nullzinswelt erforderlichen Risikobereitschaft einerseits und der angesichts der Vielzahl bestehender Risiken gebotenen Vorsicht andererseits.“

Vorsichtige Risikobereitschaft

Das Pendel schlage bei vielen Investorengruppen Richtung vorsichtige Risikobereitschaft aus. So nennen 60% der Investoren „Rendite“ in der aktuellen Umfrage als wichtigstes Anlagemotiv, weit vor den Aspekten „Sicherheit“ (29%) und „Liquidität“ (9%). Dies bedeutet eine nochmalige und signifikante Steigerung im Vergleich zur letzten Befragung im Januar 2016. Zu diesem Zeitpunkt gaben noch 55% an, Immobilieninvestments primär nach Renditegesichtspunkten zu beurteilen. Vor einem Jahr lag die Quote sogar nur bei 52%. In Deutschland halten sich Rendite- und Sicherheitsorientierung mit jeweils rund 40% weiterhin die Waage. 84% der britischen Investoren blicken vorrangig auf die Rendite, in Frankreich 56%.

Höhere Risikoaffinität bei Anlagestrategien nur in Frankreich

Nur etwa jedes dritte befragte Unternehmen setzt derweil explizit auf gleiche Renditen bei höherem Risiko. 56% der Befragten sind nicht bereit höhere Risiken einzugehen. Sie nehmen dafür bei den selbst gesetzten oder vom Kunden vorgegebenen Renditezielen Abstriche in Kauf. Die Anlagestrategie „Gleiches Risiko – geringere Rendite“ verfolgen in Deutschland 56%, in Frankreich 52% und in Großbritannien 60% der Investoren. „Trotz der deutlich gestiegenen Renditeorientierung sind den Ankündigungen noch wenig Taten gefolgt. Eine Bewegung hin zu risikoreicheren Investments lässt in der Breite weiter auf sich warten“, sagt Olaf Janßen.

Unsicherheiten belasten Klima

Das Investitionsklima entwickelt sich in den drei Ländern unterschiedlich. Während sich der in Frankreich erhobene Klimaindex nach einer längeren Abschwungphase zu stabilisieren scheint, weist die in Deutschland und Großbritannien gemessene Investorenstimmung mit Verlusten von 2,4 bzw. 4,0 Punkten unerwartet starke Dämpfer auf. Die Befragung wurde Ende Juni abgeschlossen und damit vor dem Referendum in Großbritannien über die weitere Zugehörigkeit zur Europäischen Union durchgeführt. Die Stimmung unter den britischen Investoren erreichte damit bereits vor der Brexit-Entscheidung den tiefsten Stand seit 2012. Erstmals seit 2010 fällt der Klimaindex in UK sogar hinter die Indizes in Deutschland (67,5) und Frankreich (67,0) zurück. (mh)





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