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Immobilienentscheider rechnen mit moderater Zinswende in 2016
04. März 2016

Immobilienentscheider rechnen mit moderater Zinswende in 2016

Der Markt für Immobilienfinanzierungen, sperziell für gewerbliche, steht laut einer Studie von EY Real Estate vor einer Trendwende. Der Großteil der Marktentscheider rechnet mit einer moderaten Zinswende im laufenden Jahr. Zudem stellen sich die Experten vermehrt auf höhere Beleihungsausläufe durch den verstärkten Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente ein.


Immobilienexperten erwarten laut EY Real Estate in diesem Jahr höhere Beleihungsausläufe durch den verstärkten Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente. Gleichzeitig haben die Renditeanforderungen weiter abgenommen. Durchschnittlich wurden im vergangenen Jahr 9,5% für Mezzanine-Finanzierungen und 15,5% für Private-Equity-Finanzierungen gefordert. Für 2016 erwarten die Entscheider des Marktes hingegen steigende Renditeanforderungen. Ein Großteil der mehr als 150 befragten Entscheidungsträger von Immobilienfinanzierern geht von einer moderaten Zinswende im Jahr 2016 mit einer Steigerung um bis zu 50 Basispunkte aus.

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Moderate Zinswende

„Der Markt erwartet generell einen Anstieg der Zinsen in diesem Jahr“, sagt Professor Dr. Nico B. Rottke, Partner bei EY Real Estate und Initiator der Studie. Dabei gelte: Nicht nur Mezzanine- und Private-Equity-Finanzierungen werden laut Rottke an Verfügbarkeit zunehmen: „Senior und Junior Loans werden nachziehen, zumindest in den am meisten etablierten Nutzungsklassen.“ Ein Beispiel sei das Wohnimmobiliensegment: Hier sei die Zuwanderung gegenwärtig so etwas wie ein Beschleuniger für die Finanzierung. Implizit gelte dies auch für weitere Nutzungsarten. Mehr als jeder dritte Studienteilnehmer bestätigte dies.

Flüchtlinge als Treiber gewerblicher Immobilienfinanzierungen

In der Zuwanderung durch Flüchtlinge sehen viele Experten einen Beschleuniger für den deutschen Markt der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Unter den Nutzungsarten verfügen insbesondere Hotelfinanzierungen an A-Standorten über eine große Beliebtheit, doch ist die Standorttoleranz hier am geringsten. Die höchste Standorttoleranz haben Wohn- und Energieimmobilien.

Höhere Beleihungsausläufe

„Der Markt stellt sich auf höhere Beleihungsausläufe durch den verstärkten Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente ein“, sagt Rottke. Infolgedessen könnte sich das alternative Immobilienkapital allerdings verteuern. Dies gelte vor allem für Mezzanine-Finanzierungen: Rund 30% der Studienteilnehmer erwarten hier steigende Renditeanforderungen der Kapitalgeber. Gegenwärtig lägen sie im Schnitt bei 9,5%. Bei Private Equity liegen sie aktuell bei 15,5%. Bei immobilienbezogenen Anleihen beziehungsweise Aktien sehen die Studienteilnehmer Renditen von 8,0 beziehungsweise 4,5%. Die klassischen Senior/Junior Loans kommen demnach hingegen nur auf eine mittlere Rendite von 2,3%.

Nutzungsspezifische Unterschiede

Bei Wohnimmobilien zeigt sich derzeit eine beachtliche Standorttoleranz. „Die Kapitalgeber unterscheiden bei ihren Anforderungen im Wohnungssegment vergleichsweise wenig zwischen A-, B- und C-Standorten“, so Rottke. Bei Hotelfinanzierungen beispielsweise sehe dies anders aus. „Für Hotelimmobilien in A-Lage ist es deutlich einfacher, eine Finanzierung zu bekommen, als für B- und vor allem C-Lagen.“ In anderen Segmenten sei es gar generell schwierig, wie etwa bei Gesundheits-, Pflege- und Industrieimmobilien. „Gerade Industrieimmobilien bieten aus Anlegersicht enorme Chancen, werden aber nur von jedem fünften befragten Kapitalgeber finanziert“, so Rottke. Man könne auf dem deutschen Immobilienmarkt insofern nur bedingt von einer großen Liquidität sprechen. (mh)





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