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Handelsimmobilien: Mittelstädte knöpfen Big 10 Marktanteile ab
08. August 2017

Handelsimmobilien: Mittelstädte knöpfen Big 10 Marktanteile ab

Das hohe Mietniveau in den Toplagen ist allmählich dem Umsatzwachstum der Einzelhändler enteilt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von JLL. Kein Wunder, dass vor diesem Hintergrund die Mittelstädte den Big 10 Marktanteile abnehmen.


Der Himmel über dem deutschen Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien hat sich nach dem ersten Halbjahr 2017 wieder etwas aufgeklart: Bei 533 Anmietungen setzte der Markt binnen sechs Monaten 246.900 m² um. Das sind 10.000 m² und 25 Deals mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings liegt der Flächenumsatz trotz des positiven Trends noch 3% unter dem 5-Jahres-Schnitt.

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Big 10 im Abwärtstrend

Deutlich abwärts ging es dabei allerdings für die Big 10, der zehn bedeutendsten Einzelhandelsmetropolen Deutschlands. Deren Anteil am Gesamtvermietungsvolumen fiel im Jahresvergleich signifikant von fast 35 auf 23% – der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre. Stattdessen rücken verstärkt attraktive Mittelstädte in den Fokus der Expansionsleiter. Standorte, die von dieser Entwicklung profitierten, waren z.B. Münster, Bielefeld, Wiesbaden oder Gießen, die im ersten Halbjahr Ergebnisse zwischen 3.200 m² und 9.500 m² erzielten.

Zweikampf zwischen Berlin und Hamburg

Unter den Big-10-Städten lieferten sich Berlin (13.400 m²) und Hamburg (12.300 m²) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide verbesserten sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Erst mit Abstand und jeweils 7.300 m² folgen Stuttgart und Köln. Alle Metropole liegen aber deutlich unter ihren 5-Jahres-Schnitten. Das gilt insbesondere für München, Düsseldorf und Frankfurt.

Mieten steigen stärker als Umsätze

„Die Standorte jenseits der Big 10 sind seit geraumer Zeit im Fokus der Expansionsmanager. Das hängt damit zusammen, dass in den 1A-Lagen der Big 10 die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich stärker als die Umsätze gestiegen sind“, meint Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany. „Wer dort vertreten ist, muss mittlerweile einen starken Druck auf die Marge aushalten – und das wollen und können immer weniger. Viele Eigentümer gehen weiterhin von stabil hohen oder gar steigenden Mieten aus. Neue Anmietungen sehen wir deshalb außerhalb der wirklich absoluten Prime-Lagen fast ausschließlich nur dort, wo die Vermieter sich bei den Vertragskonditionen flexibler zeigen.“ Aktuell sei dieses Verhalten aber noch die Ausnahme.

Zentren im Vorteil

Als Folge gewinnen Alternativen fernab der Big 10 an Attraktivität. Das gelte vor allem für Städte, die als Oberzentren ihrer Region über eine starke Zentralitätsziffer verfügen und Kaufkraft aus dem Umland anziehen. „Eine attraktive Mischung aus Geschäften und Gastronomie, die für Genuss, Erlebnis und Aufenthaltsqualität sorgt, ist für viele Städte das Rezept für nachhaltigen Erfolg“, sagt Wichner. (mh)





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