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Großer Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Wohnungswirtschaft
15. Juni 2015

Großer Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Wohnungswirtschaft

DMK Innovations und das FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung haben den digitalen Reifegrad der Wohnungswirtschaft in Deutschland analysiert. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Websites haben zwar fast alle Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften – eine digitale Strategie fehlt dagegen in aller Regel.


Besonders bei neuen Produkte, Dienstleistungen sowie Geschäftsmodelle zeigen sich die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften in Sachen Digitalisierung noch verhalten. Zwar gehen knapp 40% der befragten Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften davon aus, dass vor allem jüngere Mieter die Dienstleistungen ihrer Wohnungsgesellschaft gerne auch digital einkaufen würden. Dennoch bieten laut einer Studie von DMK Innovations und dem FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung erst 5% der Unternehmen stellen ihre Angebote auch mobil, in eigenen Apps, an. An der Erhebung nahmen bundesweit 113 Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften teil.

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Mehr als nur vier Wände

„Wohnungsunternehmen müssen in Zukunft mehr vermarkten als die sprichwörtlichen vier Wände“, kommentiert Tim Neugebauer, Geschäftsführer & Senior Digital Business Consultant bei DMK Innovations, die Studie. Der Trend sei eindeutig. „Erweiterte Dienstleistungen, neue digitale Geschäftsmodelle und sinnvolle Kooperationen mit Dienstleistern rund um die Lebens- und Freizeitgestaltung werden das zukünftige Wachstum in der Wohnungswirtschaft bestimmen.“

Große Unsicherheit

Zwar verfügen 98% aller Befragten über eigene Webpräsenzen. Dennoch mangelt es laut der Studie mehr als zwei Dritteln der Unternehmen, an geeigneten Strategien. Oft herrscht laut den Studienautoren noch große Unsicherheit bezüglich der konkreten Nachfrage nach digitalen Services wie Concierge-Leistungen, Haushaltshilfen oder Carsharing. Der demographische Wandel habe darüber hinaus insbesondere ostdeutsche Genossenschaften mit ihrem älteren Mieterklientel und hohem Wohnungsleerstand dazu veranlasst, zunächst in die Bausubstanz zu investieren. Zudem glaubt die große Mehrheit von 86%, dass sich ihr Kerngeschäft aus Vermietung und Verwaltung nicht grundlegend ändern wird.

Oft gar keine gezielten Investitionen

In zwei Drittel aller Unternehmen sind gezielte Investitionen unter anderem deshalb bislang sogar komplett ausgebleiben. Sind digitale Angebote vorhanden, werden sie in drei von vier Unternehmen von der Geschäftsführung oder dem Vorstand verantwortet. Allerdings nutzt nur etwa jedes vierte Unternehmen Social Media-Kanäle für die B2C-Kommunikation. Nicht einmal die Hälfte aller Befragten glaubt zudem, dass die eigenen Mitarbeiter ausreichend für den Einsatz digitaler Technologien qualifiziert sind. (mh)





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