Geldwäsche-Risiko im Immobiliensektor? | ImmoCompact - Nachrichten
AssCompact - Facebook AssCompact - Twitter AssCompact - Xing

Geldwäsche-Risiko im Immobiliensektor?
20. Juni 2018

Geldwäsche-Risiko im Immobiliensektor?

Wie anfällig ist die Immobilienwirtschaft für Geldwäsche? Das wollte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen einer Kleinen Anfrage im Bundestag von der Bundesregierung wissen. Die Antwort dürfte in der Branche nicht gut ankommen.


Die Immobilienwirtschaft ist nach Ansicht der Bundesregierung besonders anfällig für Geldwäsche. Aufgrund der hohen Transaktionsvolumina handele es sich um einen Sektor mit herausgehobenem Risiko. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Die in diesem Bereich regelmäßig vorhandene Wertstabilität eröffnet die Möglichkeit, insbesondere hohe Bargeldsummen zu platzieren“, heißt es in dem Antwortschreiben.

Anzeige
Neue Ergebnisse im Sommer 2019

Beim Kampf gegen Geldwäsche verweist die Regierung auf die kürzlich abgeschlossenen Verhandlungen zur 5. EU-Geldwäsche-Richtlinie. Auf Bundesebene konzentriere sie sich auf die nationale Risikoanalyse, die unter anderem das Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiko im Immobiliensektor untersucht. Dabei würden die Berufsfelder von Immobilienmaklern, Bauträgern, Architekten und Notaren unter die Lupe genommen. Ergebnisse sollen im Sommer kommenden Jahres vorliegen.

Unternimmt die Regierung zu wenig?

Darüber hinaus will die Bundesregierung die geldwäscherechtliche Aufsicht im Immobiliensektor weiter stärken. Wie aus ihrer Antwort weiter hervorgeht, gab es im Jahr 2016 in etwa 7% der 563 erfassten Verfahren Organisierter Kriminalität Geldwäscheaktivitäten mittels Investitionen in Immobilien. Die Grünen hatten der Bundesregierung vorgeworfen, trotz bekannter Problemlagen zu wenig gegen Geldwäsche im Immobiliensektor unternommen zu haben. (mh)



Kommentare

von Roland F.W. Manke am 22.06.2018 um 08:09 Uhr
Wie schon öfters erwähnt gehen zwangsläufig notariell abgeschlossene Kaufverträge zweifach an das Finanzamt, an die Abteilung für Einkommensteuer und zur Ermittlung der Grunderwerbsteuer. Weiter übermittelt der involvierte Notar eine weitere Abschrift an das Grundbuchamt (Amtsgericht); eine weitere Ausfertigung bekommt ggf. eine vorkaufsberechtigte Gemeinde.

Wieso findet dort, an der Quelle keine ausreichende Überprüfung statt? Warum soll das hier der Makler tun und bitte, wie?

Finanz- und Immobilienmakler sind gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 10 GwG angehalten, ihre Kunden zu identifizieren und zu überprüfen, mehr nicht…

Roland F.W. Manke




Roland Manke, Hotelkaufmann u. Dipl. - Betriebswirt
Fachmakler für Hotelimmobilien, Wirtschaftsmediator (IHK)
an der Handelskammer Hamburg
Dänischenhagener Str. 13 D- 24229 Strande
Telefon (+49) 0 4349 - 913113 Telefax (+49) 0 4349 - 913442

info@manke.de http://www.manke.de



ImmoCompact Abonnement

Sie wollen den ImmoCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des ImmoCompact Newsletters und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Mietpreisbremse ist ein Musterwerk der Symbolpolitik. Trotz aller Warnungen aus der Branche wollte die Bundesregierung sie unbedingt durchsetzen. Kurz vor der Wahl kommt die Einsicht von oberster Stelle. Hoffentlich war dies nicht die letzte Einsicht – denn die Wohnungs- und Immobilienpolitik der vergangenen Jahre ist ein einziges Debakel.