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Forward-Darlehen: „Ein finanzielles Desaster für viele Immobiliengesellschaften“
20. Januar 2016

Forward-Darlehen: „Ein finanzielles Desaster für viele Immobiliengesellschaften“

Zinsexperte Kurt Neuwirth warnt vor Forward-Darlehen. Sie seien in der Niedrigzinsphase ein finanzielles Desaster – vor allem für viele Immobiliengesellschaften. Wer ein Forward-Darlehen abschließt, ist in den Augen des Zinsexperten ein reiner Zinsspekulant. Eine variable Finanzierung könne demgegenüber bis zu 70% günstiger sein.


Mit Forward-Darlehen verlieren Immobilieninvestoren häufig Geld. Abgeschlossen wurden sie, um einen vermeintlich niedrigen Zins von 3 oder 4% zu sichern und Geld zu sparen. In der anhaltenden Niedrigzinsphase ist das für viele Immobiliengesellschaften ein finanzielles Desaster, insofern Zinsen der größte Kostenblock bei Investitionen von Immobilienunternehmen sind. „Diejenigen, die ein Forward-Darlehen abgeschlossen haben, sind in meinen Augen reine Zinsspekulanten“, erklärt Kurt Neuwirth, Zinsexperte und Geschäftsführer von Neuwirth Finance. „Denn sie haben es vor ein paar Jahren offensichtlich nicht für möglich gehalten, dass die Zinsen noch weiter sinken können und machen nun hohe Verluste.“

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Nur bei konstant steigenden Zinsen lohnenswert

Ein Forward-Darlehen ist nur lohnenswert, wenn die Zinsen bis zum Ablauf der Zinsbindung des ursprünglichen Darlehens steigen. Ansonsten ist es ein reines Verlustgeschäft, denn die Zinssicherung lässt sich die Bank mit einem entsprechenden Aufschlag bezahlen. Wer dann noch vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen will, muss sich auf eine Entschädigungszahlung an die Bank gefasst machen, die es in sich haben könnte. Denn je höher die Zinsdifferenz zum Zeitpunkt einer möglichen Vertragsauflösung ist, desto höher wird solche eine Zahlung ausfallen.

Systemische Zinssteuerung als Schutz vor steigenden Zinskosten

Eine variable Immobilienfinanzierung mit begleitender, systemischer Zinssteuerung macht Forward-Darlehen überflüssig. Wer auf 3-Monats-Euribor-Basis finanziert und das erwähnte Zinsmanagement nutzt, finanziert immer zu dem niedrigsten möglichen Zins. Die Zinsexperten von Neuwirth Finance überprüfen den Stand der Zinsentwicklung täglich über ihren eigens entwickelten Zinsindikator.

Stete Messung der konjunkturellen Lage

„Unser Indikator ist ein Pulsmesser der konjunkturellen Lage. Eine Grundlage unserer Arbeit ist die Analyse der Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB). Hebt diese den Leitzins an und unser Indikator zeigt parallel stärkstes Wirtschaftswachstum, dann deutet alles auf eine Zinstrendwende hin. Zeigt unser Indikator jedoch eine Rezession wie 2011 an, dann ist der Zinsschritt der EZB lediglich ein Fehlsignal, aber keine nachhaltige Zinstrendwende“, so Neuwirth.

Variable Finanzierung kann bis zu 70% sparen

Forward-Darlehen sind für Neuwirt nur sinnvoll bei einem langfristigen Zinsaufwärtstrend, nicht aber wenn die Zinsen wie in den letzten 20 Jahren fallen. „Besser ist es, variabel zu finanzieren und ein professionelles Zinsmanagement einzusetzen, um damit das komplette Zinssenkungspotential zu nutzen. Dies kann zu Zinsvorteilen von 50 bis 70% führen.“ (mh)





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