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Es wird eng auf dem Bonner Büromarkt
26. April 2016

Es wird eng auf dem Bonner Büromarkt

Die ehemalige Bundeshauptstadt hat die Folgen der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes nach Berlin bestens gemeistert. Die wirtschaftlichen Kennzahlen sind der Beweis.


Seit über einem Jahrzehnt wächst die Bonner Bevölkerung. Zudem steigt die Zahl der Arbeitsplätze stetig und die Produktivität legt zu. Mehr als 90% der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor. Die Akademikerquote liegt bereits bei 21%. Beides sind Höchstwerte in der Bundesrepublik.

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Auch die mehr als guten Büromarktzahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Regelmäßig zählt Bonn mit seinen Flächenumsätzen zu den Top 10-Bürostandorten in Deutschland. Eine Spitzenmiete von zuletzt 17,80 Euro pro Quadratmeter verschaffte der Stadt am Rhein einen Platz direkt hinter den klassischen Top 7. Die Teilmärkte Bundesviertel – rund um das ehemalige Regierungsviertel und als Standort früherer Botschaften – sowie der Bonner Bogen haben sich zu den beliebtesten Bürolagen entwickelt.

Der Investmentmarkt gewinnt ebenso an Attraktivität. Das Ausweichen der Investoren auf die sogenannten B-Standorte ist in Bonn zu spüren, bleibt aber auch nicht ohne Folgen. Für längerfristig vermietete Büroneubauten in guten Lagen werden mittlerweile Bruttoanfangsrenditen unter 5% akzeptiert.

Der kontinuierlich hohen Flächennachfrage steht ein zu geringes Angebot gegenüber. Die Leerstandsquote von zirka 2,8% ist an einem kritischen Punkt angelangt. Derzeit sind zwar fünf Bürogebäude mit insgesamt etwa 60 000 Quadratmeter im Bau, jedoch steht nur noch ein Drittel ihrer Fläche zur Verfügung. Und drei der vier im Vorjahr fertiggestellten Büroneubauten sind bereits vollständig vergeben. So sind nur noch 2.500 Quadratmeter vakant. Es gibt eindeutig viel zu wenige Neubauflächen. Das könnte für Bonn spätestens dann zu einem echten Problem werden, wenn mangels adäquatem Flächenangebots Unternehmen ihren Standort verlassen müssen oder eine Neuansiedlung erschwert wird.

Mit dem Haus der Höfe, dem Bonnjour und dem Bonn Center sind zwar im Bundesviertel aktuell drei Projekte in der Pipeline, doch die werden wohl erst bei einer entsprechenden Vorvermietung angegangen. Große Unternehmen wie beispielsweise die Telekom oder die Post benötigen kurzfristig Flächen und können nicht darauf warten, bis in zwei Jahren neue Flächen entstanden sind. Angesichts der generell entspannten Finanzierungssituation und der hohen Nachfrage am Standort sollten Projektentwickler hier mehr Risikobereitschaft zeigen. Die Stadt kann durchaus spekulative Projekte vertragen. (sw)





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