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Eigentumswohnungen: Berlin bleibt teuer
15. Mai 2018

Eigentumswohnungen: Berlin bleibt teuer

Wer derzeit eine gebrauchte Eigentumswohnung in Berlin erwerben möchte, muss deutlich tiefer in Tasche greifen als noch vor drei Jahren. Seit 2015 sind die Wohnungspreise in allen Berliner Bezirken jährlich gestiegen – fast überall im zweistelligen Prozentbereich.


Das Institut empirica hat für den LBS-Kaufpreisspiegel der LBS Nord die Preisdaten für den Berliner Immobilienmarkt im ersten Quartal 2018 ermittelt. Der teuerste Bezirk in Berlin ist demnach Mitte. Hier wird jede zweite gebrauchte Eigentumswohnung für mindestens 4.399 Euro pro m2 Wohnfläche inseriert. Bei einem Standardpreis von rund 323.000 Euro muss ein durchschnittlicher Berliner Haushalt fast zehn Jahresnettoeinkommen für den Kauf aufbringen. Für Wohnungen im gehobenen Segment werden in Mitte Quadratmeterpreise von mindestens 5.887 Euro aufgerufen.

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Standardpreise über 4.000 Euro pro m2 erreichen auch die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (4.287 Euro/m2) und Friedrichshain-Kreuzberg (4.155 Euro/m2). In Charlottenburg-Wilmersdorf sind die angebotenen Objekte mit durchschnittlich 106 m2 Wohnfläche größer als im restlichen Berlin. Dadurch liegt der typische Preis mit 390.000 Euro auch deutlich höher, so dass Käufer sogar rund zwölf Jahresnettoeinkommen aufbringen müssen. Für Angebote in Friedrichshain-Kreuzberg werden für den Wohnungskauf knapp neun Jahresnettoeinkommen fällig.

Gebrauchte Wohnungen überall deutlich teurer

In allen Bezirken Berlins sind gebrauchte Eigentumswohnungen in den vergangenen drei Jahren zum Teil deutlich teurer geworden. Gegenüber dem ersten Quartal 2015 lag die Preissteigerung auf ganz Berlin bezogen bei 12,1% pro Jahr. In einigen Bezirken legten die Preise überdurchschnittlich zu: In Lichtenberg verteuerten sich die Wohnungen sogar um 21,5% pro Jahr. Auch in Reinickendorf (+17,5%), Marzahn-Hellersdorf (+16,9%), Neukölln (+16,5%) und Tempelhof-Schöneberg (+16,2%) lagen die jährlichen Preissteigerungen weit über dem Durchschnitt. Moderat stiegen die Preise in Spandau (+6,9%), Mitte (+7,4%) und Friedrichshain-Kreuzberg (+8,4%).

Spandau verhältnismäßig günstig

Verhältnismäßig günstige Wohnungen können Berliner Käufer noch in Spandau finden. Für gebrauchte Eigentumswohnungen wird hier ein Standardpreis von 2.291 Euro pro m2 verlangt. Das entspricht einem Gegenwert von gut vier Jahresnettoeinkommen. Die preiswertesten Objekte gibt es sogar bereits zu Quadratmeterpreisen unter 2.000 Euro.

Marzahn-Hellersdorf ist mit einem typischen Angebotspreis von 2.357 Euro ebenfalls ein preisgünstiger Standort für Wohnungsinteressenten. Allerdings haben hier in den vergangenen drei Jahren die Preise bereits deutlich zugelegt. Aktuell muss ein Haushalt für den Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung knapp fünf Jahresnettoeinkommen aufbringen.

Wohnungskauf in vier Bezirken besser als Mietwohnung

Die Experten von empirica haben auch berechnet, ob es in Berlin vorteilhafter ist, eine Wohnung zu kaufen oder zu mieten. Dazu verglichen sie die Finanzierung einer Eigentumswohnung mit 25 Prozent Eigenkapital und einer Finanzierungsbelastung von 5% (2% Zins und 3% Tilgung) mit den monatlichen Mietkosten. Berücksichtigt wurden Wohnungen zwischen 60 und 80 m2 Wohnfläche.

Das Ergebnis: Weiterhin ist ein Wohnungskauf trotz wachsender Preise in einem Drittel der Bezirke günstiger als die Miete für eine vergleichbare Wohnung. Am meisten können Käufer in Treptow-Köpenick sparen. Bei einem Wohnungspreis von 182.000 Euro liegt der monatliche Vorteil im Vergleich zur Miete bei 51 Euro. In Spandau sparen Käufer gegenüber Mietern 45 Euro pro Monat. Und auch in Lichtenberg und in Marzahn-Hellersdorf ist die monatliche Finanzierungsbelastung günstiger als die Mietkosten. (sw)





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