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Drastischer Rückgang bei Baugenehmigungen für Wohnungen
17. November 2017

Drastischer Rückgang bei Baugenehmigungen für Wohnungen

Die Anzahl der genehmigten Wohnungen in Deutschland ist in diesem Jahr deutlich gesunken. Das zeigen die aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Beim ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss stößt das auf großen Unmut. Die Politik müsse daher schnell ihre Arbeit aufnehmen und auf Anreize statt Verbote setzen.


Neusten Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge ist die Anzahl der genehmigten Wohnungen in Deutschland in den ersten neun Monaten um 7% gesunken. Insgesamt wurden von Januar bis September 256.821 Wohnungen genehmigt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 276.297. Das sorgt beim ZIA für großes Unverständnis.

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Schnelle und kreative Lösungen gefragt

„Wir dürfen nicht zulassen, dass dem Wohnungsbau jetzt die Puste ausgeht. Die Immobilienmärkte der Groß- und Universitätsstädte sind nach wie vor angespannt, dieses Problem müssen wir schnell und kreativ meistern“, erklärt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss. „Die Zahlen verdeutlichen, dass die CDU/CSU, FDP und Grünen eine schnelle Entscheidung der Sondierungsgespräche herbeiführen müssen […]. Wir brauchen den Gesetzgeber, um das Umfeld für neue Baumaßnahmen und Investitionen zu verbessern.“ Das überraschende Aus der Sondierungsgespräch dürfte daher auf wenig Gegenliebe beim ZIA stoßen.

Anreize statt Verbote

Konkret fordert der ZIA schnellere Grundstücksvergaben und Baugenehmigungsverfahren sowie neue Anreize für den Wohnungs- und Nichtwohnungsbau. Die Erhöhung der linearen AfA von derzeit 2% auf mindestens 3% sei überfällig. „Wir brauchen weniger Mietpreisbremse, niedrigere Grunderwerbsteuersätze und einen Abbau der Bürokratie“, fordert Mattner. Die Immobilienwirtschaft stünde bereit, nur bräuchten sie auch Platz zum Arbeiten. „1990 gab es in Deutschland rund 5.000 Bauvorschriften, heute sind es über 20.000. Wenn wir das Ziel von 1,5 Millionen neuen Wohnungen pro Jahr wirklich und ernsthaft verfolgen wollen, müssen wir diesen Bürokratiewahnsinn stoppen und das bestehende Umfeld vereinfachen.“

Andere Nutzungsarten nicht vernachlässigen

Zudem fordert der ZIA, neben der Wohnraumverknappung auch die anderen Nutzungsarten im Blick zu behalten. „Niemand gewinnt, wenn wir zu Gunsten von neuen Wohnungen auf die Entwicklung von neuen Büro-, Handels- oder Logistikflächen verzichten. Dann steuern wir von einem Notstand in einen weiteren, der einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden für unsere Städte bedeuten könnte“, ergänzt der ZIA-Präsident.





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