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Digitalisierung in der Maklerwelt: Versicherungen und Immobilien per App
16. November 2017

Digitalisierung in der Maklerwelt: Versicherungen und Immobilien per App

Im digitalen Zeitalter ist es immer öfter an der Tagesordnung, dass Anbieter wie Knip, Clark, Feelix und Co. Versicherungen aller Art papierlos betreuen und vermitteln. Nur eine einzige App als Kommunikationsmittel installieren Verbraucher und registrieren sich, um die Dienste der Versicherungsmakler in Anspruch zu nehmen.


Dieser Beitrag geht auf einen speziell dazu durchgeführten Finanztest ein und zeigt, welche Vor- und Nachteile Privatpersonen daraus ziehen und welche Pluspunkte die Verwendung von Makler-Apps den Maklern im Geschäftsalltag bringen.

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Ohne lästige und schwere Ordner die gesamten Versicherungsunterlagen verwalten? Das geht mit den Angeboten verschiedener Makler-Apps. Einfach kostenlos die App mit Android oder iOS herunterladen. Damit heißt es: Schluss mit dem Papierkram.

Durch die Möglichkeit innerhalb der App unterschiedliche Versicherungsgeber zu vergleichen, finden sich schnell bessere Tarife mit besseren Leistungen. Zudem beraten Makler per Chat, E-Mail oder Telefon die Kunden und vermitteln anschließend die passende Versicherung. Da der Makler die Verbindung zwischen Versicherungsgesellschaft und Kunden ist, bekommt er nach Abschluss einer Police eine entsprechende Vergütung. Die aktuellen Policen stehen als PDF per Mail oder als Download innerhalb der App zur Verfügung. Zudem ergänzt der Kunde durch Angabe des Namens und der Versicherungsnummer die vorhandenen Verträge.

Die Betreuung bei Schadensfall oder Kündigung beispielsweise soll auf diese Weise problemlos ablaufen – egal, ob der Makler nur digital oder persönlich für den Verbraucher da ist. Der Kunde einer digitalen Versicherung benötigt wie eingangs erwähnt, nur eine einzige App, um alles zu regeln.

Wie funktioniert es genau, die Verträge in die App zu laden?

Damit der Nutzung der App ein neuer Makler für die Verwaltung der Versicherungen zuständig ist, müssen die einzelnen Versicherer zuerst einmal davon in Kenntnis gesetzt werden. Dies erledigt die Makler-App, indem sie die jeweiligen Policen anfordert.

Nachteil: Die Apps geben an, dass die Integration der Policen einige Wochen dauern kann. Wie lang der Zeitraum genau ist, darüber informieren sie jedoch nicht.

Um die App richtig zu nutzen und Policen anzufordern, benötigen die Makler einige persönliche Daten. Darunter fallen meist Anschrift, Geburtsdatum, Mobilfunknummer und E-Mail-Adresse. Welche der genannten Apps kritische oder unkritische Datensende- sowie Datenschutzerklärungen aufweisen, zeigt die untere Tabelle.

Schadensmeldung

Von Berufsunfähigkeitsversicherung bis hin zur Zahnzusatzversicherung bieten Knip, Clark, Feelix und andere Apps unterschiedliche Versicherungen an. Soll im Schadensfall der Versicherungsschutz in Anspruch genommen werden, ist die Meldung schnell und zeitnah per App gesendet. Meist genügt ein Bild des Verfalls, der im Rahmen eines Chats nebst Beschreibung des Hergangs an den zuständigen Makler gesendet wird. Dass dieser praktisch jederzeit einfach erreichbar sind, ist ein großer Vorteil.

Qualität der Beratung

Bei einer Finanztest-Studie über entsprechende Makler-Apps hat keine der getesteten Apps zufriedenstellend gearbeitet. Bei Fragen zur Qualität, Wichtigkeit und Leistung verschiedener Versicherungen schnitten sie mit befriedigend ab. Wissenwertes zu einer Hausratversicherung, die beispielsweise von Knip angeboten wird, liefert der Beitrag „Hausratversicherung kommt nicht für Trickdiebstahl auf“.

Durch Kundenmeinungen kam zudem heraus, dass nicht alle Angaben der Apps immer korrekt sind. Offenbar kommt es durch technische Fehler vor, dass auf einmal ein Häkchen bei einer Versicherung vorhanden ist, die gar nicht abgeschlossen wurde. Nutzer müssen also immer zweimal hinschauen und zur Not nachfragen, wenn Differenzen auftauchen.

So schneiden Makler-Apps ab
  Knip Clark Feelix
Kundenberatung befriedigend befriedigend gut
Datensendeverhalten kritisch unkritisch unkritisch
Mängel in Datenschutzerklärung gering sehr gering deutlich

Welche weiteren Erkenntnisse es gab und welche Apps zudem getestet wurden, ist im original Finanztest zu Makler-Apps zu finden.

Apps für die Maklerwelt: so nutzen sie im Berufsalltag

Apps gibt es mittlerweile für viele Bereiche. So gibt es viele weitere hilfreiche Makler-Apps, um etwa Dokumente zu scannen, Grundrisse zu zeichnen oder die Wohnungsübergabe zu protokollieren. Das Angebot wächst stetig.

Die Arbeit des Immobilienmaklers hat viel mit Papierkram, Aufzeichnungen und schriftlichen Verträgen zu tun. Eine einfache App kann den Arbeitsalltag erheblich erleichtern. Alleine Kundetermine sind schnell eingetragen und synchronisieren sich direkt mit der gemeinsamen App auf dem Computer oder Tablet. Damit spart sich der Makler Zeit und hat keine doppelten Eintragungen mehr. Viele vorinstallierte Apps und Tools wie Microsoft Outlook oder Google Kalender führen diese Funktion.

Hat der Makler einen Termin für eine neue Immobilienvermarktung und möchte direkt professionelle Fotos schießen und eventuell Unterlagen des Kunden einsehen, ist dies dank nützlicher Apps kein Problem mehr. Mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen wählt der Makler einen geeigneten Bildausschnitt und bearbeitet das Foto nach Bedarf. Die Unterlagen des Verkäufers brauchen nicht extra mit ins Büro genommen werden: Einfach mit der Handykamera vor Ort ein Foto machen, bearbeiten, zurechtschneiden und als PDF abspeichern. Das ist mit den Apps Tiny Scanner oder PrinterShare kein Problem.

Für die Zusammenarbeit mit den Kollegen helfen Planungs- und Projekt-Apps – wie Trello oder Kanbanize. In den Apps werden Aufgaben verteilt und der Status der Aufgabe beispielsweise von „zu erledigen“ in „erledigt“ geändert. Damit ist die Kommunikation des Teams über alle Angelegenheiten zentral erfasst, übersichtlich strukturiert und schneller umsetzbar.

Nicht immer stimmen die Grundrissmaße – Makler Apps helfen bei der Erstellung neuer Pläne

Übernimmt der Makler einen neuen Auftrag für ein altes Gebäude, sind Pläne und Grundrisse oft nicht aktuell oder gar nicht mehr vorhanden. Um einen groben Plan zu erhalten, gibt es die Möglichkeit die Räume mit Hilfe von Fotos und einer App digital auszumessen.

E-Mail-Postfächer auf dem Smartphone sind für Makler grundlegendes Handwerkszeug. Dadurch lassen sich Firmenmails einsehen und auch außerhalb der Geschäftszeiten wichtige Angelegenheiten klären.

Fazit

Wie der Finanztest bereits zeigt, stehen die Versicherungsmakler-Apps noch am Beginn ihrer Entwicklungsphase – sie sind Nischenprodukte. Es gibt noch keine perfekte App mit fehlerfreien Anwendungsprozessen. Aber die Idee ist nicht mehr wegzudenken und erleichtert schon heute den Alltag vieler Makler. Sowohl die zuerst erwähnten Versicherungsmakler-Apps als auch die Apps, die Immobilienmakler unterstützen, könnten dazu beitragen, die Welt ein Stück papierloser zu machen. Wie das in der Unternehmenswelt funktionieren kann, zeigt auch der Beitrag „So schaffen Sie in Ihrer Firma das Papier ab“ über Digitalisierung in Unternehmen. Zugegeben, einfach ist die Umstellung nicht, sie erfordert von den Beteiligten Konsequenz und ein Umdenken. Doch an der Digitalisierung führt kein Weg vorbei, weder in der Geschäftswelt, noch im Privatleben.





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