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Die Investition in Immobilienfotografie rechnet sich in vielen Fällen
17. April 2018

Die Investition in Immobilienfotografie rechnet sich in vielen Fällen

Während man zum Beispiel in Skandinavien und den Vereinigten Staaten bei der Vermittlung von Immobilien großen Wert auf gute Exposéfotos legt, wird das Thema in Deutschland oft noch stiefmütterlich behandelt. Hier schlummert sehr häufig ein Potenzial, das zu heben lohnt.


Von Holger Slaghuis, www.immobilienphoto.com

Inwieweit sich eine Investition in bessere Immobilien-Bilder im konkreten Fall anbietet, lässt sich recht einfach überschlagen. Einflussfaktoren sind in der Hauptsache:

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  • Die Qualität der bisher genutzten Fotos
  • Die Qualität der Bilder des direkten Wettbewerbs
  • Der zu erwartende Return on Invest (ROI)

Während man in der Werbung oft Stunden benötigt, um z.B. eine Tafel Schokolade zu positionieren, ins rechte Licht zu setzen und dann zu fotografieren, lässt sich so mancher Makler gerade einmal 10 Minuten Zeit um ein gesamtes Objekt zu fotografieren. Die Folge sind nichts sagende, wenig einladende Fotos. Typische technische Fehler sind starke Unter- oder Überbelichtungen, schiefe Wände, Böden und Decken aber auch unscharfe oder verwackelte Fotos. Befindet man sich auf diesem Stand, lohnt sich eine Investition in jedem Fall. Andernfalls braucht man bald keine Fotos mehr. Darüber hinaus lohnt sich der Vergleich zum Wettbewerb. Warum sollte ein Verkäufer auf die Dienste eines Maklers zurückgreifen, wenn er schon bei den Fotos im Hintertreffen ist?

Qualitativ hochwertige Fotos führen zu einer positiveren Grundstimmung der Interessenten und damit beispielsweise zu kürzeren Verkaufszeiten und entsprechend weniger Besichtigungen sowie der Möglichkeit, höhere Verkaufspreise zu realisieren. Durch eine hochwertige Darstellung präsentiert man sich zukünftigen Immobilienverkäufern als kompetenter Partner.

Die zu erwartenden Auswirkungen einer Investition im Immobilienfotografie lassen sich bewerten:

  • Zugewinn bei der Courtage
  • Einsparungen bei den Besichtigungen
  • Umsatzgewinn durch höherwertige Objekte
  • Umsatzgewinn durch höhere Anzahl von Objekten

Es wird deutlich, dass sich realistische Auswirkungen schnell zu einem größeren Betrag aufsummieren können und damit unter Umständen auch größere Investitionen rechtfertigen. Auch zeitliche Ersparnisse sind zu bedenken.

Maßnahmen an die aktuelle Situation anpassen

Unterschiedliche Maßnahmen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Deshalb sollte die Analyse ausreichend tief erfolgen. Hilfe bei einer ersten Abschätzung kann eine Portfolioanalyse sein, wie sie zum Beispiel von www.immobilienphoto.com angeboten wird. Hierbei werden die Fotos von 2 oder 3 typischen Objekten gemeinsam analysiert, Fehler bzw. Verbesserungspotenziale erkannt und beschrieben und Vorschläge für weitere Maßnahmen erarbeitet.

Weitere Schritte könnten sein:
  • Der Besuch eines Seminars für Immobilienfotografie. Hier wird beispielsweise auf die notwendige Ausrüstung, Kameraposition und Einstellung sowie Bildbearbeitung eingegangen. Je nach bereits vorhandenen Kenntnissen gibt es auch Trainings, die sich auf einen Bereich konzentrieren und diesen weiter vertiefen.
  • Das Engagement eines professionellen Fotografen. Diese Lösung erspart natürlich Lernaufwand- und Kosten. Die Kosten pro fotografiertes Objekt können sicher geplant werden. Der Einsatz eines externen Fotografen kann schnell einen halben Arbeitstag pro Objekt einsparen.
  • Bildbearbeitung der eigenen Fotos durch einen professionellen Bildbearbeiter. Durch die Bearbeitung können u.a. stürzende Linien entfernt, Kontraste und Helligkeit optimiert und somit die Bilder wesentlich verbessert werden. Parallel bekommt man Hinweise, was evtl. bereits bei der Fotografie hätte optimiert werden können. Auch durch diese Maßnahme kann eigene Arbeitszeit eingespart werden.
  • Ein weiteres Coaching: Das kann ein gemeinsamer Fototermin mit einem Fotocoach sein. Neben vielen Tipps kommen hierbei gleich gute Fotos der besuchten Immobilie heraus. Es ist auch möglich, einen Workshop genau auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt zu planen und durchzuführen.
  • Die Erstellung eines Styleguides: Gerade in größeren Unternehmen kann es sinnvoll sein, Vorgaben für die Erstellung von Fotos zu machen. Damit ist weniger gemeint, ein Logo mitten auf die Bilder zu montieren. Der Haupteffekt einer solchen Maßnahme ist das Zerreißen des Seherlebnisses und damit die Verärgerung des Betrachters. Viel mehr können Vorgaben zu Aufnahmehöhe und Kameraausrichtung, zum Blickwinkel, zum verwendeten Abbildungsmaßstab aber auch für die Nachbearbeitung gemacht werden. Das führt zur Vereinheitlichung der Bildsprache, auch wenn viele unterschiedliche Menschen im Unternehmen Fotos machen.

Viele andere Maßnahmen sind denkbar und möglich.

Nun gilt es, die ins Auge gefassten Maßnahmen zu bewerten. Wie hoch sind Kosten und Zeitaufwand für die jeweilige Maßnahme, wie hoch sind die zu erwartenden Effekte einzuschätzen?

Ein Ergebniscontrolling sollte nicht fehlen

Nach der Entscheidung für und der Durchführung von Maßnahmen ist nach einiger Zeit eine Überprüfung wichtig, ob die erwarteten Effekte auch so eingetreten sind. Ist dem so, sollte überlegt werden, ob ein weiterer Ausbau zum Beispiel in noch nicht genutzte Technologien das Geschäft noch weiter nach vorne bringt.

Sind die erwarteten Auswirkungen nicht oder nicht komplett eingetreten, sollte nachgeforscht werden, woran das gelegen hat. Die Frage, wo das Unternehmen ohne die getroffenen Maßnahmen wäre, unterstützt hierbei. Evtl. hat sich der Wettbewerb besser oder schneller weiterentwickelt.

Immobilienfotografie als USP

Alleine im Bereich der Immobilienpräsentation gibt es verschiedenste Möglichkeiten sich von Wettbewerbern abzusetzen: Ist man der Makler, der

  • mit professionellen Fotografen zusammenarbeitet, oder
  • Homestaging im Vorfeld des Fototermins in seinem Angebot hat, oder
  • mit großem Aufwand perfekte Bilder macht, nachdem der Verkäufer das Anwesen komplett aufgeräumt und „entpersonalisiert“ hat, oder
  • mit weniger Aufwand (auch für den Verkäufer) gute Bilder macht,
  • Drohnenfotografie einsetzt,
  • Videos erstellt,
  • 3D-Durchgänge anbietet
  • etc.

Durch eine solche Spezialisierung spricht man sicher Teile des Marktes nicht mehr an. Ohne eine solche Spezialisierung wird jedoch auf Dauer niemanden mehr angesprochen.


<h5>Holger Slaghuis</h5>
Holger Slaghuis




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