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Deutsche Immobilienbesitzer verschenken viel Geld bei Anschlusskrediten
08. Dezember 2017

Deutsche Immobilienbesitzer verschenken viel Geld bei Anschlusskrediten

Bei der Anschlussfinanzierung bleiben in Deutschland viele Sparchancen ungenutzt – zum Beispiel weil sie einen Wechsel der Bank scheuen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Interhyp. Dabei sei der Aufwand beim Bankenwechsel meist geringer als gedacht – und mit deutlichem Sparpotenzial verbunden.


Bei der Anschlussfinanzierung können Haus- und Wohnungseigentümer in Deutschland viel Geld sparen. Das zeigt die repräsentative Studie „Anschlussfinanzierung in Deutschland“ von Interhyp. Jeder zweite Befragte profitierte demnach bei der Anschlussfinanzierung von „deutlich niedrigeren Zinsen“ als bei der Erstfinanzierung. Bei einem Vergleichspanel von Kunden, die ihren Anschlusskredit überwiegend in der derzeitigen Niedrigzinsphase abgeschlossen haben und am Anbietervergleich interessiert sind, waren es sogar fast 90%.

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Ungenutztes Sparpotenzial

Das Sparpotenzial bleibt der Studie zufolge aber oft ungenutzt, weil Kreditnehmer vielfach den finanziellen und zeitlichen Aufwand für einen Bankwechsel überschätzen, die so genannte Umschuldung. Vor der Anschlussfinanzierung schätzen rund 30% den zeitlichen Aufwand für die Umschuldung als eher hoch ein. Im Gegensatz dazu berichten diejenigen, die eine Umschuldung abgeschlossen haben, überwiegend von einem problemlosen Ablauf. 80% unterstützen die Aussage: „Der Aufwand war gering, das meiste haben die Banken erledigt.“

Überschätzte Kosten

Auch der finanzielle Aufwand ist oft geringer als gedacht. So glauben nur 32% der Befragten vor der Anschlussfinanzierung, dass die Umschuldungskosten für einen Bankwechsel unter 500 Euro liegen. Von denjenigen mit abgeschlossenem Anschlusskredit berichtet aber mehr als die Hälfte, dass nur diese geringen Kosten anfielen. Real werden beim Anbieterwechsel Kosten für die Abtretung der Grundschuld erhoben, die abhängig von der Darlehenshöhe sind und Interhyp zufolge meist nur wenige Hundert Euro betragen.

Anbieterwechsel spart oft deutlich

Die beteiligten Banken regeln laut Interhyp die Abtretung der Grundschuld und die Auszahlung meist untereinander, so dass für die Darlehensnehmer hier kaum Aufwand entstehe. Zwei Drittel der repräsentativ Befragten haben den Anbieter nicht gewechselt. Dabei lohne sich der Wechsel in vielen Fällen. Beim Vergleichspanel der Kunden, die zu 90% „deutlich sparen“ konnten, hatten zwei Drittel den Anbieter gewechselt.

Attraktive Kunden

Für die Kreditinstitute sind Anschlussfinanzierer attraktive Kunden, wie die Studie offenbart: Bei mehr als der Hälfte der Befragten (51%) aus der repräsentativen Bevölkerungsgruppe hatte sich die finanzielle Ausgangsposition im Vergleich zur Erstfinanzierung verbessert. Hauptgründe für eine Verbesserung waren ein höheres Einkommen (77%), geringere finanzielle Belastungen (33%), mehr Eigenkapital (15%) und ein gestiegener Immobilienwert (10%). „Anschlussfinanzierungskunden haben bewiesen, dass sie verlässliche Darlehensnehmer sind. Auch das führt oft zu günstigeren Konditionen“, erläutert Mirjam Mohr, die im Interhyp-Vorstand das Privatkundengeschäft verantwortet.

Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren

Ein weiterer Hebel zur Optimierung sei vielfach unbekannt: So steht Darlehensnehmern zehn Jahre nach Vollauszahlung des Kredits ein Sonderkündigungsrecht zu. 40% der Kreditnehmer mit Zinsbindungen von 15 Jahren und mehr wissen aber nicht, dass ihnen dieses Recht zusteht. (mh)





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