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Deutsche Bauwirtschaft zuversichtlich für 2018
13. März 2018

Deutsche Bauwirtschaft zuversichtlich für 2018

Die deutsche Bauwirtschaft erwartet für 2018 ein Umsatzwachstum von 2,6 %. Zudem fordert sie weitreichende Ausnahmeregelungen für Diesel-Fahrzeuge. Man könne schließlich nur bauen, wenn man die Baustellen mit den Fahrzeugen auch erreichen kann.


Für die rund 385.000 Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft wird in diesem Jahr ein Umsatz von 324 Mrd. Euro erwartet, das ist ein Plus von 2,6% nach rund 3% in 2017. Ohne einen weiteren Zuwachs an Beschäftigung ist dies kaum zu leisten. Man rechnet daher mit rund 35.000 Beschäftigten, die in diesem Jahr zusätzlich einstellt werden müssen. Dieses erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, in München, anlässlich des Medientags zur Internationalen Handwerksmesse.

Das Bauhauptgewerbe und der GaLa-Bau werden mit einem Umsatzwachstum von gut 3% auf 107 Mrd. Euro Schrittmacher dieser Entwicklung bleiben. Diese fällt etwas verhaltener als im Vorjahr aus, weil der Wohnungsbau keinen ganz so großen Sprung mehr machen dürfte. So zeigt sich im Ein- und Zweifamilienhausbau eine Stabilisierung der Nachfrage bei gut 100.000 Wohnungen. Allein im Mehrfamilienhausbau dürften mit rund 175.000 Wohnungen deutliche Wachstumsraten zu erzielen sein. Die Experten forderten in diesem Zusammenhang eine zügige Umsetzung der Koalitionsvereinbarung, wie z.B. zur Baulandbereitstellung, zur Wohneigentumsbildung und zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung.

Die Unternehmen im Bereich Ausbau erwarten für 2018 eine Umsatzsteigerung um 2% auf 88 Mrd. Euro. Weiteres Potential liegt auch hier in der Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus. Im Bereich Gebäudetechnik erwartet man ein Umsatzwachstum von 2,4% auf 129 Mrd. Euro. Dieser Bereich profitiert sowohl von der Bautätigkeit als auch von der erhöhten Nachfrage nach Dienstleistungen.

Eine klare Forderung war: „Wir können aber nur bauen, wenn wir die Baustellen mit unseren Fahrzeugen auch erreichen. Wir appellieren daher dringend an die politisch Verantwortlichen, in Bezug auf das drohende Diesel-Fahrverbot bundesweit einheitliche Regelungen zu schaffen, damit Rechtssicherheit besteht. Gleichzeitig fordern wir umfassende Ausnahmegenehmigungen für unsere Branche.“ Angesichts der Tatsache, dass die Belange der Bauwirtschaft zukünftig von einem Ministerium für Inneres, Bau und Heimat bearbeitet werden, forderte Schneider, zumindest einen eigenständigen Bauauschuss im Bundestag einzurichten.

Schneider erklärte abschließend: „Noch liegen immense Bauaufgaben vor uns, man denke nur an die 1,5 Mio. neuen Wohnungen, die in den kommenden 3 ½ Jahren gebaut werden sollen. Die gesamte öffentliche Infrastruktur muss erneuert und ausgebaut werden. Eine prosperierende Wirtschaft benötigt ebenfalls Gebäude. Und auch die Digitalisierung zieht zunächst einmal Bauaufgaben nach sich, um Breitband flächendeckend überhaupt zu ermöglichen. Daher blicken wir mit großer Zuversicht auf das vor uns liegende Jahr.“ (sw)





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