Defektes Abflussrohr: Mietminderung wegen üblen Geruchs ist zulässig | ImmoCompact - Nachrichten
AssCompact - Facebook AssCompact - Twitter AssCompact - Xing

Defektes Abflussrohr: Mietminderung wegen üblen Geruchs ist zulässig
03. Juli 2018

Defektes Abflussrohr: Mietminderung wegen üblen Geruchs ist zulässig

Ein defektes Abflussrohr kommt gerade in Altbauten immer wieder vor. In einem Fall zog ein Mieter vor Gericht, weil er aufgrund des damit verbundenen üblen Geruchs eine Mietminderung forderte. Zu Recht, hat das Landgericht Berlin entschieden.


Im Falle von erheblichen Mängeln können Mieter können ihre Miete mindern. Die Höhe der Minderung hängt vor allem davon ab, wie schwerwiegend die Beeinträchtigung ist. Schaffen Vermieter nach der Anzeige des Mangels durch den Mieter keine Abhilfe, können sie die Miete reduzieren bis der Mangel behoben ist. Selbst wenn Mieter aus Unwissenheit weiter die volle Miete bezahlen, können sie viel gezahlte Beträge zurückfordern.

Anzeige
Abflussrohr sorgt für Gestank und Streit

Streitfälle zu vermeintlichen Mietmängeln landen täglich vor Deutschlands Gerichten. In einem aktuellen Fall stritten sich Mieter und Vermieter um ein in der Wand verbautes Küchenabflussrohr. Dieses war undicht, sodass üble Gerüche durch die Wohnung strömten. Die Mieter meldeten dem Vermieter den Mangel im Januar 2015 und forderten eine Mietminderung in der Höhe von 15%. Der Vermieter war damit nicht einverstanden. Die Mieter zahlten daher vorsichtshalber weiterhin den vollen Betrag. Im Dezember erfolgte dann die Reparatur. Die Reparatur erfolgte erst im Dezember 2015.

Mietminderung angemessen

Das Landgericht Berlin stellte sich in seinem Urteil auf die Seite der Mieter. Die Richter halten eine Minderungsquote von 10% für angemessen. Die Mieter haben daher gegen den Vermieter einen Anspruch auf Rückzahlung der zu viel gezahlten Miete. Zwar sei eine solche Rückforderung tatsächlich ausgeschlossen, wenn der Mieter den Mangel und sein Minderungsrecht kennt und dennoch die volle Miete vorbehaltlos zahlt. Von einer solchen vorbehaltlosen Zahlung sei aber nach der Meldung des Wohnungsmangels nicht mehr auszugehen.

Landgericht Berlin, Urteil vom 01.03.2018, Az. 67 S 342/17




ImmoCompact Abonnement

Sie wollen den ImmoCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des ImmoCompact Newsletters und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Mietpreisbremse ist ein Musterwerk der Symbolpolitik. Trotz aller Warnungen aus der Branche wollte die Bundesregierung sie unbedingt durchsetzen. Kurz vor der Wahl kommt die Einsicht von oberster Stelle. Hoffentlich war dies nicht die letzte Einsicht – denn die Wohnungs- und Immobilienpolitik der vergangenen Jahre ist ein einziges Debakel.