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Verband bezieht Stellung zu schärferen Regeln für Immobilien-Crowdfunding
26. April 2017

Verband bezieht Stellung zu schärferen Regeln für Immobilien-Crowdfunding

Immobilien-Crowdfunding soll künftig schärfer reguliert werden. Das hat die Bundesregierung jüngst angekündigt. Der Bundesverband Crowdfunding erinnert die Regierung als Reaktion auf diese Pläne nun an den Koalitionsvertrag.


Crowdfunding schließt laut dem Bundesverband Crowdfunding eine wichtige Finanzierungslücke im Kapitalmarkt. Aus diesem Grund hat die Europäische Union im Rahmen der Europäischen Kapitalmarktunion beschlossen, den Zugang von Unternehmen zu alternativer Finanzierung deutlich zu verbessern. „Im Rahmen der Evaluation des Kleinanlegerschutzgesetzes möchten wir nunmehr die Bundesregierung erinnern, wie versprochen einen einheitlichen Regulierungsrahmen zu schaffen und nicht weitere Einschränkungen für Schwarmfinanzierungen zu etablieren“, kommentiert Jamal El Mallouki, Vorstand des Bundesverband Crowdfunding daher anlässlich der Anhörung zum Kleinanlegerschutzgesetz im Finanzausschuss des Bundestages.

Keine Erkenntnisse über Missstände

Die Bundesregierung konstatiere im Rahmen einer kleinen Anfrage der GRÜNEN-Fraktion im Bundestag selbst, dass „keine Erkenntnisse zu konkreten Missständen von Seiten der Portalbetreiber oder der Unternehmen im Bereich des Crowdfundings“ vorliegen. Zudem werde crowdfinanzierten Start-ups im Vergleich zu anderen Jungunternehmen in Deutschland eine deutlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeit bescheinigt. Auch die gesetzliche Risikoaufklärung durch Portalbetreiber und Emittenten funktioniert laut dem Branchenverband im aktuellen Marktumfeld.

Nicht nachvollziehbar

Die Vorschläge der Bundesregierung, Crowdfunding erneut einzuschränken, seien daher nicht nachvollziehbar. Dies begründet die Bundesregierung der Entwicklung einer Preisblase auf dem Immobilienmarkt entgegenwirken zu wollen. Richtig sei jedoch vielmehr, dass die Immobilienschwarmfinanzierer im Regelfall den Neubau von Immobilien finanzieren und somit das Angebot für Wohnraum ausweiten, was eine preishemmende habe.

Ausweitung auf andere Anlageklassen

Statt Immobilien-Crowdinvestings stärker einzuschränken, liege es eher auf der Hand, dass die Evaluation des Kleinanlegerschutzgesetzes genutzt werden sollte, um die bestehenden Befreiungsvorschriften für Schwarmfinanzierungen auf alle Vermögensanlagen und auch Wertpapiere auszuweiten. „Nur so kann ein einheitlicher Regulierungsrahmen für Crowdfunding entstehen und das Marktwachstum wird nicht weiter künstlich gehemmt“, mein Jamal El Mallouki.

Verbandsvorschläge ignoriert

Im Rahmen der Evaluation macht der Verband auch darauf aufmerksam, dass die Schwellenwerte für das Emissionsvolumen von 2,5 Mio. Euro pro Emittent und das maximale Anlagevolumen in Höhe von 10.000 Euro pro Investor langfristig dazu führen würden, dass das festgestellte Marktversagen nicht nachhaltig abgestellt werden kann. Auch hier habe der Verband Vorschläge gemacht, die sich an den Ergebnissen der kommenden EU-Prospektrechtsnovellierung orientieren. (mh)





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