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Bauhauptgewerbe bleibt auf Wachstumskurs
15. Januar 2018

Bauhauptgewerbe bleibt auf Wachstumskurs

Das deutsche Bauhauptgewerbe hat einen guten Einstieg in das Schlussquartal 2017 hingelegt. Der Umsatz der größeren Baubetriebe legte um 7 % zu. Eine relativ verhaltene Nachfrageentwicklung ist derweil auf einen statistischen Effekt zurückzuführen.


Die Bauunternehmen konnten sich über einen guten Einstieg in das Schlussquartal freuen: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, meldeten die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten für Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Umsatzplus von nominal 7,2%.

Im gesamten Zeitraum von Januar bis Oktober liegen die Umsätze mittlerweile um nominal 9,1% über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Von der guten Baukonjunktur haben in diesem Jahr allerdings überwiegend die größeren Betriebe profitiert. Der Hauptverband führt das darauf zurück, dass der aktuelle Konjunkturaufschwung vor allem vom Neubau getragen wird, kleinere Unternehmen vor allem aber bei Baumaßnahmen im Bestand gefragt sind.

Als weiteren Grund, dass die Kleinbetriebe mit 1 bis 19 Beschäftigten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr nicht im gleichen Maße erhöhen konnten, führt der Hauptverband aber auch personelle Kapazitätsengpässe an. Im Gegensatz zu größeren Betrieben haben kleinere nur bedingt die Möglichkeit, bei Auftragsspitzen auf ausländische Nachunternehmen zurückzugreifen.

Im Gegensatz zum Umsatz entwickelte sich der Auftragseingang im Oktober eher verhalten: Die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten wiesen einen Orderrückgang von nominal 2,5% aus. Dies ist allerdings nicht auf eine sich abzeichnende Nachfrageschwäche, sondern auf einen Basiseffekt zurückzuführen: Im Oktober 2016 lag der Auftragseingang um 18,1% über dem Vorjahreswert und damit auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren.

Der aktuelle Rückgang ist somit eine Reaktion auf das hohe Auftragsvolumen im Vorjahr und lediglich eine technische Korrektur. Das mittlerweile erreichte hohe Niveau wirkt sich auch auf den vom Statistischen Bundesamt berechneten preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten Auftragseingang aus: Er stieg gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,2 %. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis Oktober meldeten die Betriebe aber noch ein deutliches Orderplus von nominal 4,6%.

Die Aussichten für 2018 sind somit weiterhin positiv: 86% der im Rahmen des ifo Konjunkturtests Mitte Dezember befragten Bauunternehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten eine günstigere oder zumindest gleichbleibende – und somit gute – Geschäftslage, so viele wie noch nie zum Jahresende. (sw)





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