Abzocker und Kartelle: Grüne giften gegen Immobilienmakler | ImmoCompact - Nachrichten
AssCompact - Facebook AssCompact - Twitter AssCompact - Xing

Abzocker und Kartelle: Grüne giften gegen Immobilienmakler
14. September 2018

Abzocker und Kartelle: Grüne giften gegen Immobilienmakler

Immobilienmaklern weht weiter ein stürmischer Gegenwind aus der Bundespolitik ins Gesicht. Die Grünen haben nun sogar das Bundeskartellamt angerufen. Der Vorwurf: Abzocke und kartellähnliche Strukturen. Anders seien die aus Sicht der Grünen horrenden Maklerprovisionen in Deutschland nicht erklärbar.


Beim Verkauf einer Immobilie werden in der Regel 5 bis 6% Maklerprovision fällig. Die Grünen finden das skandalös. Solche Gebühren seien viel zu hoch und das Ergebnis kartellähnlicher Strukturen. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat sich daher mit einem Brief an das Bundeskartellamt gerichtet. Sie fordert die Wettbewerbshüter dazu auf, die Sachlage zu überprüfen. Das Bundeskartellamt hat den Eingang eines solchen Briefes bereits bestätigt.

Anzeige
Abzocke?

Chris Kühn, der wohnungspolitische Sprecher der Grünen, wirft Immobilienmaklern sogar Abzocke vor. In Zeiten, in denen die meisten Käufer ihre Immobilie im Internet selbst finden, seien Gebühren von 5 bis 6% nicht anders zu bezeichnen. Die Grünen sehen vor allem in Ballungsräumen keinen funktionierenden Preiswettbewerb bei Maklerprovisionen. Sie verweisen auch darauf, dass die Maklergebühren in anderen Ländern wie Großbritannien oder Holland deutlich günstiger sind. Darauf hatte im vergangenen Jahr auch schon das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hingewiesen und daher die Einführung des Bestellerprinzips auch beim Verkauf von Immobilien gefordert.

Möglich, aber unwahrscheinlich

Grundsätzlich hat das Bundeskartellamt die Möglichkeit nach Prüfung der Sachlage eine Sektoruntersuchung der Branche einzuleiten. Ob die Wettbewerbshüter von dieser Möglichkeit tatsächlich Gebrauch machen, bleibt aber abzuwarten. Allein schon angesichts der kleinteiligen Struktur der deutschen Maklerlandschaft dürfte der Vorwurf nur sehr schwer zu begründen und vor allem nachzuweisen sein. (mh)



Kommentare

von Christian Müller am 18.09.2018 um 10:04 Uhr
Dann sollten die "Diäten" unserer Politiker mal untersucht werden, diese werden regelmäßig erhöht.

von Thomas Seibold am 18.09.2018 um 13:38 Uhr
Lass die mal ruhig giften, lange halten die sich eh nimmer. So dumme Texte können nur von ungelernten, unqualifizierten Menschen kommen die sich in die Politik geflüchtet haben. Schade um das internationale Ansehen der Republik!
Die Immobilienbranche ist der einzige Wirtschaftszweig der seine Vertriebskosten offen legt und wird dafür schon seit Jahren angegiftet. Transparenter können Märkte nicht sein, der Deutsch aber will belogen werden! Die vielen Maklerportale (Vergleichsportale sind das definitiv nicht, denn sie leben von den Provisionen) wie Verifox oder Check24 sind doch nichts anderes! Hier werden die Kosten aber versteckt. Wer weiss wie hoch die Vertriebskosten beim KFZ sind? Bei Bekleidung? Lebensmitteln? Es interessiert aber auch niemand weil diese im Preis enthalten sind......

von Ralf Cabe am 18.09.2018 um 15:36 Uhr
Ich stimme in soweit zu, als dass das derzeit von SPD und Grünen losgetretene Makler-Bashing einfach nur perfide und Verdummung des Wählervolkes ist. Die nutzlose Symbolpolitik soll von den eigenen Fehlern in der Wohnungspolitik ablenken ... und wird von den gebeutelten Mietern und Immobilienendverbrauchern leider geglaubt.
Aber, .... wir Makler - und auch unsere Verbände (Plural !) - sollten nicht vergessen uns auch mal an die eigene Nase zu fassen, denn auch wir haben über Jahrzehnte hinweg Fehler gemacht. Wir haben es bis HEUTE nicht geschafft, den Endverbrauchern den Nutzen und vor allem den Umfang unserer DEINSTleistungen verständliche und transparent darzustellen, wofür wir unsere erfolgsabhängige Entlohnung. Und auch unseren Verbänden ist letztendlich vorzuwerfen , dass auch sie es bis heute schmählich vernachlässigt haben, auf konsequente Art und in einer zeitgemäßen Sprache gegen diese politischen Branchendefamierungen 'laut' zu werden und die Interessen ihrer Mitglieder - gerade auch im Interesse der Endverbraucher - zu verteidigen. Und 'verteidigen' scheint mir i. M. wirklich die angebrachte Wortwahl zu sein.
Ralf Cabel, Immobilienmakler Hamburg
Moderation 'MaklerDiskussion' bei Facebook

von Andreas Baum (5... am 18.09.2018 um 16:03 Uhr
Naja als Makler ist man schon getreten. Alle neiden nur an der offen gelegten Provision. Wenn man sich mal anschaut, was denn die Mietpreisbremse und das Makler raus Prinzip jetzt tatsächlich gebracht hat, na danke.
Die meisten Eigentümer und Verkäufer sind Laien, so ist es und so wird es bleiben. Von einem kleinen Prozentsatz mal abgesehen. Hier werden Vermietpreise und Verkaufspreise beim Fachkundigen Stammtischgespräch ermittelt.
Die tatsächliche Markteinschätzung kann nur ein Profi machen.
Wie zu erwarten war, sind die Mieten durch das außen vor des (unnötigen) Maklers horrend gestiegen! Und die gute Absicht bezahlbaren Mietraum zu schaffen ging nach hinten los! Wer hat denn die Eigentümer in der Vergangenheit zurück gehalten Zuviel zu nehmen. Auch der Leerstand ist natürlich hoch gegangen, da viele Eigentümer gar keine Lust haben Neu zu vermieten. Das hat ja der bisher kostenlose Makler übernommen.
Zu hohe Provision? wenn ich mir anschaue, was bei einer ordentlichen Buchführung noch übrig bleibt kommen mir eher die Tränen. Von der ach so hohen Provision steckt sich der Staat doch 19% vorab und bis zu 50% im Nachhinein noch ein. Die Staatlichen Einnahmen aus Werbe, Fahrt und Bürokosten mal ganz außen vor.
Unter Beachtung aller Kosten, Steuern und Laufzeiten möchte eigentlich niemand so hart arbeiten, wie ein ordentlicher Makler.
Der Markt reguliert sich selbst, aber wenn man hier ständig nur von den bestehenden Immobilien spricht ist das Augenwischerei. Ohne neue Wohnraum wird sich alles nur nach Oben regulieren und damit ist keinem geholfen. So kann man die Wohnungsnot nicht auffangen und damit haben auch wir Makler nichts zu tun.

von Peter Häussler am 18.09.2018 um 19:48 Uhr
Dass ausgerechnet Politiker - die letzlich verantwortlich für so Dinge wie die Höhe der "Grunderwerbsteuer" sind (allein der Begriff, wo diese doch auf den gesamten Kaufpreis und nicht den Grundstücksanteil entfällt!!!) - sich entblöden, hier von Wucher zu reden, ist schon frech. Was tut denn der Staat/das Land, um sich bis zu 6,5% des KAUFpreises zu "verdienen"? Die Welt ist völlig auf den Kopf gestellt.

von Bernhard Rossmann am 18.09.2018 um 20:55 Uhr
Leider werden die Kosten vergessen, aber offensichtlich ist bei den Grünen Umsatz=Gewinn. Die deutschen Provisionen müssen ja höher sein als in vielen anderen Ländern dank staatlicher Abzocke. Nur ein Beispiel, auf einer Reise wurde uns Papiere gestohlen. Neubeschaffung eines Führerscheins in Deutschland 67,85 in Spanien 20,30 also knapp 3,5x so hoch. All das muss auch in anderen Bereichen erwirtschaftet werden



ImmoCompact Abonnement

Sie wollen den ImmoCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des ImmoCompact Newsletters und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Mietpreisbremse ist ein Musterwerk der Symbolpolitik. Trotz aller Warnungen aus der Branche wollte die Bundesregierung sie unbedingt durchsetzen. Kurz vor der Wahl kommt die Einsicht von oberster Stelle. Hoffentlich war dies nicht die letzte Einsicht – denn die Wohnungs- und Immobilienpolitik der vergangenen Jahre ist ein einziges Debakel.