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„Wir digitalisieren die Vermietung effizient, transparent und kostengünstig“
16. April 2018

„Wir digitalisieren die Vermietung effizient, transparent und kostengünstig“

Die Digitalisierung bietet der Immobilienbranche vielfältige Chancen. Für den Einsatz digitaler Tools und für neue Geschäftsmodelle sorgen PropTechs wie moovin. Das Start-up will die Vermietung einfacher und schneller gestalten. Vor allem Hausverwalter und Wohnungsgesellschaften wissen das Angebot zu schätzen – meint moovin-Gründer Fabian Mellin im Gespräch mit ImmoCompact.


Herr Mellin, wie verändert die Digitalisierung die Immobilienwirtschaft?

Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten für Innovationen in der Branche. Die Palette reicht von der elektronischen Schlüsselkarte bis hin zu Smart Homes, Wohnungen, die mit modernster Technologie ausgestattet sind. Daneben entstehen auch immer mehr disruptive und digitale Geschäftsmodelle, die zum Beispiel bei der Mietersuche und der Wohnungsvermittlung unterstützen.

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Ist das Ihr Geschäftsmodell?

Genau. moovin digitalisiert den Vermietungsprozess und gestaltet ihn durch innovative Softwarelösungen effizient, transparent und kostengünstig. Allerdings bieten wir nicht ausschließlich Software an, sondern kombinieren diese – wenn gewünscht – mit weiteren Dienstleistungen. Ein großer Vorteil für unsere Kunden ist, dass sie neben den digitalen Services auch sämtliche Vor-Ort-Leistungen rund um die Vermietung bei uns buchen können. Damit ist moovin der zentrale Ansprechpartner über den gesamten Prozess, von der Vorbereitung über die Vermarktung bis zur Wohnungsübergabe.

Ihr Angebot richtet sich also an Vermieter?

Unsere Kunden sind heute vor allem Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen, die Unterstützung bei der Vermietung durch digitale Tools, wie moovin sie anbietet, suchen. Das Besondere ist, dass Vermieter nur die Leistungen buchen, die auch tatsächlich benötigt werden – zum Beispiel das Bewerber-Management, den Energieausweis oder die Durchführung von Wohnungsbesichtigungen an 25 Standorten deutschlandweit. Unsere Services sind im Baukastensystem angelegt und können individuell gebucht und kombiniert werden. Zudem bieten wir alle unsere Produkte zu Festpreisen an. Wenn beispielsweise der Besichtigungsservice gebucht wird, zahlt der Kunde einen verhältnismäßig niedrigen Preis und wir besichtigen dafür, bis ein passender Mieter gefunden wurde.

Und wie gelangen die Interessenten, also im Endeffekt die Mieter, zu moovin?

Unsere Software verfügt über Schnittstellen zu allen gängigen Immobilienportalen. Wohnungssuchende finden die Inserate auf den bekannten Immobilienplattformen und kommen erst nach der Anfrage über das Kontaktformular mit moovin in Kontakt. Wir bieten ein Anzeigenpaket an, welches die Veröffentlichung auf über 80 Immobilienportalen und Websites beinhaltet. Bereits vorhandene Kontingente können mit minimalem Aufwand verknüpft werden. Dadurch werden die Anfragen, egal von welcher Plattform, auf moovin gebündelt. Alle Interessentenanfragen können so im moovin Bewerber-Management, einem webbasierten Programm, eingesehen werden. Durch ein eigens entwickeltes Mieter-Matching können die Interessenten, die am besten zu den Vorgaben der Vermieter passen, leicht identifiziert werden. Damit wird die Vermietung deutlich effizienter gestaltet und den Interessenten werden Massenbesichtigungen erspart.

Wo liegen die Vorteile von moovin für Unternehmen, die Wohnimmobilien vermieten?

Ein großer Vorteil ist die Zeit- und Kostenersparnis, welche durch unsere Software ermöglicht wird. Viele administrative Aufgaben werden durch automatisierte Prozesse unterstützt und wir können dank des Matchings deutlich schneller feststellen, welche Interessenten am ehesten für unsere Kunden in Frage kommen. Des Weiteren bieten wir unsere Leistungen mittlerweile in fast ganz Deutschland an. Wenn ein Kunde beispielsweise über Objekte in verschiedenen Städten verfügt, muss er nicht verschiedene lokale Dienstleister beauftragen, sondern kann die Betreuung weiterhin über uns bewerkstelligen. Zudem haben unsere Kunden jederzeit Einsicht in den Stand des jeweiligen Auftrages. Im Login-Bereich können sie genau sehen, wer sich auf welches Objekt beworben hat, welche Besichtigungstermine stattfinden und welche Interessenten hierzu eingeladen wurden.

Was war beim Aufbau von moovin die bisher größte Herausforderung?

Als 2015 das Bestellerprinzip per Gesetz eingeführt wurde, also Vermieter den Makler bezahlen müssen und nicht mehr die Mieter, haben wir gedacht, dass uns die privaten Vermieter die Bude einrennen. Wir haben jedoch festgestellt, dass private Vermieter in dieser Hinsicht eher noch konservativ eingestellt sind. Zudem haben viele Eigentümer die Maklercourtage durch Verhandeln gedrückt oder die Vermietung in Eigenregie durchgeführt. Der Kostenvorteil, den wir privaten Vermietern bieten konnten, war kleiner als erwartet.

Wir haben uns frühzeitig auf gewerbliche Kunden, also Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen, konzentriert. Diese sind digitalen Dienstleistungen gegenüber sehr viel aufgeschlossener, da ihnen intern teilweise Ressourcen für die Umsetzung fehlen oder nicht alle Standorte für die Vermietungen optimal bearbeitet werden können.

Welche Meilensteine sind als Nächstes für moovin geplant?

In erster Linie wollen wir die Features von moovin.de weiterentwickeln. Die moovin Software soll die Nummer eins für Hausverwalter und Immobilienunternehmen bei der Vermietung werden. Auch Wohnungssuchende sollen in moovin die Lösung für eine unkomplizierte und schnelle Vermietung erkennen. (mh)

Dieses Interview ist ursprünglich erschienen in ImmoCompact 01/2018. Die vollständige Ausgabe finden Sie als E-Magazin unten sowie unter: https://www.immocompact.de/E-Magazin%2001/2018


<h5>Fabian Mellin</h5>
Fabian Mellin




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